Rettung, Schutz, Therapie: Hier helfen uns Hunde

Bereits vor Tausenden Jahren begleiteten uns Hunde auf die Jagd. Heute werden sie vor allem als Haustiere gehalten. Manche übernehmen aber immer noch zum Teil lebenswichtige Aufgaben.
Manche Hunde übernehmen wichtige Aufgaben: Hütehunde haben etwa die Aufgabe, Herden zusammenzuhalten und ihre Bewegungen zu lenken. © Philipp Schulze/dpa

Mehr als 10 Millionen Hunde haben im vergangenen Jahr in Deutschland gelebt. Damit wird in jedem fünften Haushalt gebellt, gejault und gehechelt. Manche Hunde übernehmen besonders wichtige Aufgaben: Sie erkennen lebensbedrohliche Allergene, suchen Verschüttete, erschnüffeln Sprengstoff oder helfen sehbehinderten Menschen. Eine Übersicht zum Tag des Hundes am Montag (10. Oktober):

Hilfe bei der Jagd und beim Hüten von Weidetieren

Menschen werden bereits seit Tausenden Jahren von Hunden bei der Jagd begleitet. Auch heute heißt es unter vielen Waidmännern und -frauen: «Jagd ohne Hund ist Schund». Zu ihren Hauptaufgaben gehört es, lebendes Wild aufzuspüren sowie erlegtes Wild zu finden und zu apportieren. In Deutschland ist eine Vielzahl an Rassen dafür zugelassen. Dackel und Terrier sind etwa besonders gut darin, Füchse oder Dachse in ihrem Bau aufzuspüren.

Apportierhunde wie der Golden Retriever oder der Labrador bringen dem Jäger erlegtes Wild wie Enten zurück. Es gibt auch Allrounder wie den Deutsch-Kurzhaar. Ihrem Einsatz als Jagdhund gehen aber immer Ausbildung und Prüfung voraus.

Seit Jahrtausenden sind auch Herdenschutz- und Hütehunde Partner des Menschen. Hütehunde haben etwa die Aufgabe, Herden zusammenzuhalten und ihre Bewegungen zu lenken. Der Hirte gibt ihnen Kommandos und bildet sie aus. Im Gegensatz dazu sind die Schutzhunde ein Teil der Herde und benötigen weniger Training. Sie wachsen mit Schafen, Ziegen und anderen Weidetieren auf. Ihre Herde beschützen sie daher wie ihre eigene Familie vor Angriffen - etwa von Wölfen oder Bären.

Suche und Rettung von Vermissten

Hauseinstürze nach Erdbeben und Gasexplosionen, Verkehrsunfälle, Lawinenabgänge und die Suche nach vermissten Demenzkranken - die Liste möglicher Einsätze für Rettungshunde ist lang. Möglich macht das ihr herausragender Geruchssinn.

Zum Vergleich: Ein Mensch hat ungefähr fünf Millionen Riechzellen, ein Schäferhund mehr als 220 Millionen. Die Tiere können Menschen daher selbst unter widrigen Umständen in einem Umkreis von bis zu 500 Metern riechen und orten. Verschüttete wittern sie bis in eine Tiefe von fünf Metern.

Aber Rettungshunde können nicht alles, sondern sind Spezialisten: Es gibt Tiere, die besonders gut große, unwegsame Fläche - zum Beispiel in Wäldern - nach Vermissten absuchen können. Solche Flächensuchhunde sind wie Trümmersuch- und Lawinenhunde darauf trainiert, menschlichen Geruch generell zu erkennen und dann etwa durch Scharren oder Bellen anzuzeigen.

Im Gegensatz dazu gibt es noch Mantrailer-Hunde. Sie verfolgen einen bestimmten, individuellen Geruch. Hierzu wird ihnen etwa ein T-Shirt eines Vermissten unter die Nase gehalten. Dieser Geruchsspur kann der Hund dann auch über lange Strecken folgen.

Dienst bei Polizei, Zoll, Justiz und Militär

Bei Polizei, Zoll, Justiz und Militär gibt es ebenfalls Hunde. In Deutschland tun mehrere Tausend ihren Dienst. In der täglichen Arbeit stellen sie beispielsweise flüchtende Tatverdächtige, spüren bei Durchsuchungen versteckte Menschen auf oder schützen Polizisten vor Angriffen.

Dank ihrer guten Nase können sie auch Drogen, Bargeld, Sprengstoffe, benutzte Schusswaffen und Datenträger aufspüren. Die Tiere leben in der Regel mit ihren Hundeführern zusammen. Haustiere sind es aber trotzdem nicht. Denn meist sind sie so trainiert, dass sie auf Kommando zubeißen können.

Die meisten der gut 300 Diensthunde der Bundeswehr sind Belgische und Deutsche Schäferhunde. Die Truppe unterhält sogar eine eigene Zucht. Die Anforderungen an die Kameraden auf vier Beinen sind hoch: Sie müssen unter anderem mit wackeligen Untergründen, etwa auf einem Marineschiff, und mit lauten Umgebungsgeräuschen zurechtkommen.

Zudem dürfen sie nicht ängstlich sein. Denn bei einem Einsatz können auch Hubschrauberflüge, Abseil-Aktionen oder Fallschirmsprünge auf dem Programm stehen - natürlich alles mit Diensthund.

Assistenten für Menschen mit Behinderung

Straßen überblicken, auf Geräusche hinweisen, Unterzucker erkennen: Assistenzhunde können das und noch viel mehr. Die Tiere sind speziell trainiert, um Menschen mit Behinderung im Alltag zu helfen. Sie werden immer nur für einen Menschen ausgebildet, lernen mindestens drei Aufgaben und müssen auch in der Öffentlichkeit hohe Standards einhalten. Zum Beispiel dürfen sie nicht schnüffeln und müssen andere Menschen und Hunde ignorieren. Die Ausbildung der vierbeinigen Helfer dauert ungefähr zwei Jahre.

Der bekannteste Assistenzhund ist wohl der Blindenführhund. Er zeigt seinem sehbehinderten Besitzer etwa Treppen, Schalter und Hindernisse an und führt ihn sicher durch den Straßenverkehr. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Assistenzhunde: Signalhunde weisen zum Beispiel gehörlose oder stark schwerhörige Menschen auf ein Geräusch hin.

Und Diabetikerwarnhunde erkennen rechtzeitig eine drohende Unter- oder Überzuckerung. Ähnliche Warnhunde gibt es auch für Schlaganfälle, lebensbedrohlichen Allergene und epileptische Anfälle.

Unterstützung bei Therapien

Im Gegensatz zu Assistenzhunden werden Therapiehunde nicht für einen Betroffenen ausgebildet - sie kommen vielmehr bei der Behandlung von psychisch oder neurologisch erkrankten Menschen zum Einsatz. Bereits die Anwesenheit und Zuwendung der Tiere kann dafür sorgen, dass Puls und Blutdruck der Patienten sinken, sich ihre Muskulatur entspannt und sich Ängste und Stress verringern.

Auf diese Weise können Hunde den Heilungserfolg, zum Beispiel bei Depressionen, Angststörungen und Sprachproblemen, maßgeblich unterstützen. Therapiehunde sind aber nicht mit Besuchshunden zu verwechseln: Letztere werden unter anderem in Alten- oder Kinderheimen eingesetzt und sollen ihren Bewohnern zu sozialer Interaktion verhelfen.

© dpa
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