Mit dem Wohnmobil in den Skiurlaub

22.02.2022 Im Corona-Winter 2022 wollen viele Skifahrer und Snowboarder endlich zurück auf die Pisten. Doch Hotelaufenthalte sind angesichts Omikron wenig verlockend. Die Alternative: Wintercamping.

Zugegeben, Camping ist nicht jedermanns Sache. Schon gar nicht in Kälte und Dunkelheit. Doch wie so oft, ist alles eine Frage der Vorbereitung und Ausrüstung.

Mit dem richtigen Wohnmobil und einem komfortablen Campingplatz kann ein Ski-Roadtrip ein richtiges Abenteuer werden. Experten erklären, wie das Wintercampen gelingt - und welche Vorteile es hat.

Warum campen Wintersportler überhaupt?

In jedem Skigebiet gibt es Massen an Hotels, Ferienwohnungen und Hütten. Das Campen im Winter habe aber seinen Reiz, sagt Martin Zöllner, Referent für Camping beim ADAC. «Wenn man sich komfortabel einrichtet, ist es gemütlich wie in einer Berghütte, kuschelig warm - und vielleicht sogar billiger.» Das finden offenbar auch immer mehr Winterurlauber. Etwa bei der Verleihplattform Camperdays wächst das Geschäft mit den Schneecampern, sagt Sprecher Frieder Bechtel - wenn auch auf niedrigem Niveau.

Welche Gefährte eignen sich zum Wintercamping?

«Wenn man zu zweit unterwegs ist, kommt man mit einem Campervan zurecht», sagt Referent Zöllner. Mit Kindern solle man zu einem größeren Fahrzeug greifen, «um sich zurückziehen zu können.»

«Sagen Sie beim Buchen unbedingt, dass sie in den Schnee und in höhere Lagen wollen», sagt Frieder Bechtel. Denn jedes Gefährt müsse zwingend eine frostfeste Wasseranlage haben. Auch auf Winterbereifung sollte man bestehen. Wo sie Pflicht ist, zeigt eine Liste des ADAC.

Wie viele Campingplätze haben im Winter geöffnet?

Die ADAC-Seite www.pincamp.de listet zwölf Winter-Campingplätze in Deutschland auf, in den Alpen und den Mittelgebirgen. Hinzu kommen 21 Winter-Campingplätze in den Alpen außerhalb Deutschlands. «Es gibt auch immer mehr Reisemobilstellplätze an den Talstation der Seilbahnen», sagt Zöllner.

Wie früh sollten Winterurlauber einen Campingplatz buchen?

Teils wird die Auswahl unter den vergleichsweise wenigen Winterstellplätzen schon im Sommer dünn. Oder noch früher: Wer an Weihnachten, Silvester oder Fasching zum Beispiel auf dem Caravan Park Sexten in Südtirol einchecken will, muss mindestens ein Jahr vorher buchen. Nach den Weihnachtsferien aber werde es ruhig, sagt Parkmanager Robert Prenn.

Kostengünstige Alternative sind Stellplätze, die Gemeinden und Seilbahnbetreiber anbieten. Zu finden sind solche Plätze - oft kosten sie nicht mehr als zehn Euro am Tag - über Apps wie Stellplatz-Radar oder park4night.

Was muss ein guter Wintercampingplatz bieten?

«Trockenräume sind das A und O des Wintercampings», sagt Franz-Josef Fiegl, Chef des Campingplatzes Aufenfeld im österreichischen Zillertal. Im Vorzelt sei die Wäsche sonst morgens gefroren.»

Ideal ist es auch, wenn der Campingplatz nahe am Skigebiet liegt. Im Zillertal ist das gegeben. Auch auf dem Campingplatz Pradafenz im schweizerischen Churwalden rattert der Schlepplift vor der Wohnwagentür. Doch oft müssen längere Wege zu den Pisten eingeplant werden. Immerhin bieten viele Plätze einen kostenlosen Skibus-Shuttle.

Wie lange hält die Standheizung durch?

Wohnmobile werden in der Regel mit Gas geheizt. Eine Elf-Liter-Flasche reiche für zwei bis drei Tage, sagt ADAC-Mitarbeiter Zöllner. Größere Fahrzeuge haben als Standard zwei Flaschen an Bord. Wenn sie geleert sind, lassen sie sich an vielen Campingplätzen gegen volle eintauschen. Ein Adapterset für Flaschenanschlüsse sollte man immer dabei haben. Im Falle von Dieselheizungen empfiehlt sich ein Höhenkit, damit die Heizung auch bei dünner Luft problemlos läuft.

Was, wenn die Heizung ausfällt?

Zöllner packt sich für den Notfall immer einen Heizlüfter ein, auch eine weitere Gasflasche kann nicht schaden. Eine gewartete Standheizung streike indes selten. «Im schlimmsten Fall ruft man den mobilen Service des Herstellers.» Um sicher zu gehen, gibt die Verleihfirma Camperboys ihren Kunden auch Biwaksäcke mit.

Wie lassen sich Reisemobile zusätzlich gegen Kälte isolieren?

«Campervans sind deutlich besser isoliert als normale Autos», sagt Camperboys-Chef Paul Pizzinini. Doch über Windschutzscheibe und Seitenfenster geht dennoch Wärme verloren. Man sollte sie deshalb mit aluminiumbeschichteten Thermomatten von innen abdecken.

© dpa

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