Nabu: Kreuzfahrtbranche kommt bei Klimaschutz langsam voran

Kreuzfahrten sind klimaschädlich - das kritisieren Umweltverbände schon lange. Doch viele Reedereien bemühen sich, ihren CO2-Ausstoß zu senken. Gewisse Fortschritte sind laut Nabu tatsächlich zu erkennen.
Die «Mein Schiff 3» liegt vor Barbados: 2030 sollen erste Schiffe von Tui Cruises klimaneutral unterwegs sein. © Philipp Laage/dpa-tmn

Die Kreuzfahrtindustrie kommt nach Einschätzung des Umweltverbandes Nabu vor allem in Deutschland beim Klimaschutz voran - wenn auch nicht mit dem erwünschten Tempo. Den deutschen Reedereien Aida Cruises, Tui Cruises und deren Tochter Hapag-Lloyd Cruises bescheinigt der Verband eine Reihe deutlicher Fortschritte.

Die drei könnten «insbesondere für Maßnahmen auf großen und sehr großen Schiffen als Vorreiter gelten», hob der Nabu nun in Hamburg bei der zehnten Auflage seines jährlichen Kreuzfahrtrankings hervor.

Allerdings gibt es beim Nabu weiterhin zwei große Kritikpunkte: Mangelndes Tempo bei der Umsetzung von Klimazielen und der fortgesetzte Einsatz von Schweröl, das als der bei weitem umweltschädlichste Treibstoff in der Schifffahrt gilt. Für das Ranking hat der Verband Antworten von 19 Reedereien ausgewertet, die mit ihren Kreuzfahrtschiffen in europäischen Gewässern unterwegs sind. Der Fokus liegt dabei darauf, «was aus dem Schornstein kommt», erläuterte Nabu-Verkehrsexperte Sönke Diesener.

«Die bisher zaghaften Projekte hin zu mehr Klimafreundlichkeit müssen zeitnah im größeren Maßstab umgesetzt werden», kritisiert der Verband. «Es ist noch lange nicht gut», sagte Diesener. Die Umfrage in der Branche zeigt laut Nabu, «dass von den vielen Unternehmen vor allem schöne Worte und Ankündigungen kommen und bislang nur wenig konkret umgesetzt wird, um die Situation zu verbessern.»

Der internationale Branchenverband Clia reklamiert für sich schon seit Jahren eine führende Rolle bei der Einführung maritimer Technologien für Umwelt- und Klimaschutz. Clia unterstrich das Branchenziel, die Kreuzfahrtindustrie bis 2050 klimaneutral umzubauen. «Jedes neue Kreuzfahrtschiff nutzt fortschrittlichere Technologien mit einer höheren Effizienz und operiert damit nachhaltiger», so der Verband. Nach dessen Angaben sind für die nächsten fünf Jahre 78 Kreuzfahrtschiffe in Auftrag gegeben.

Tui Cruises, eine Tochter des deutschen Reiseriesen Tui und des US-Kreuzfahrtkonzerns Royal Caribbean, bekräftigte ebenfalls das Ziel, «bis spätestens 2050» die gesamte Flotte klimaneutral zu betreiben und bis 2030 erste klimaneutrale Kreuzfahrten anzubieten. Aida Cruises, eine Tochter des US-Konzerns Carnival, will bereits 2040 mit seiner Flotte klimaneutral unterwegs sein.

© dpa
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