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GDL-Warnstreik: Diese Rechte haben Bahnreisende

Von Donnerstagabend bis Freitagabend hat die Lokführergewerkschaft GDL wieder zum Warnstreik aufgerufen. Wer mit der Bahn reisen wollte, hat verschiedene Optionen - und Rechte.
GDL-Warnstreik Bahn
Bahn-Reisende müssen sich ab Donnerstagabend auf viele Zugausfälle und Verspätungen einstellen. © Andreas Arnold/dpa/dpa-tmn

Durch den angekündigten Warnstreik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) müssen Reisende auf der Schiene mit massiven Einschränkungen rechnen - ab Donnerstagabend, 22.00 Uhr, soll der Ausstand im Personenverkehr beginnen, im Güterverkehr soll es schon ab 18.00 Uhr losgehen.

Zwar hat die Deutsche Bahn (DB) für den Fernverkehr einen Notfahrplan erstellt, doch zahlreiche Verbindungen werden wegen des Warnstreiks, der bis Freitagabend (22.00 Uhr) andauern soll, wohl ausfallen. Welche Rechte haben Betroffene? Ein Überblick:

1. Zug fährt nicht:

Fährt der Zug nicht oder wird absehbar mindestens 60 Minuten verspätet am Ziel sein, kann man den Ticketpreis zurückverlangen. Man hat aber auch die Möglichkeit, die Reise zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen, wobei man stets auch eine andere, vergleichbare Verbindung zum Zielort wählen kann.

Das hält auch die DB auf Ihrer Infoseite zu ihren Sonderkulanz-Regelungen fest. Generell sollten Betroffene sich die aktuellen Infos des Unternehmens in solchen Fällen durchlesen.

Wer etwa Donnerstagabend oder Freitag reisen wollte, hat laut DB auch die Möglichkeit, die Reise vorzuverlegen und mit einem früheren Zug zu fahren. Das ist tatsächlich Kulanz der Bahn und in den gesetzlichen Fahrgastrechten so nicht festgehalten.

Das gilt auch für das Angebot der DB, dass Tickets für Fahrten im Warnstreikzeitraum zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden können - und zwar unabhängig davon, ob die konkrete, eigene Verbindung am Ende tatsächlich durch den Warnstreik betroffen war oder nicht, weil sie im Rahmen des Notfahrplans doch angeboten wurde.

2. Zug fährt nicht mehr weiter:

Wer unterwegs strandet, hat Anspruch auf Mahlzeiten und Erfrischungen in einem angemessenen Verhältnis zur Wartezeit bei Verspätungen von mehr als einer Stunde oder Zugausfällen.

Ist klar, dass es an einem Tag nicht mehr weitergeht, muss das Bahnunternehmen für eine Unterbringung in einem Hotel oder in einer «anderweitigen Unterkunft» (laut EU-Regeln) sorgen und den Transfer dorthin organisieren.

Wer auf eigene Faust ein Hotelzimmer bucht, sollte sich vorher von der Bahn bestätigen lassen, dass keine Weiterfahrt möglich ist und sie nicht mit einer Unterkunft helfen kann.

Eine gute Übersicht über Bahngastrechte, beispielsweise auch zur selbst organisierten Weiterreise in bestimmten Fällen und zu Rechten im ebenfalls vom Warnstreik betroffenen Regionalverkehr, bietet die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp) auf ihrer Website «soep-online.de» an.

3. Entschädigung bei Verspätung:

Die gibt es auch bei Warnstreiks. Kommt der Zug mehr als eine Stunde zu spät am Ziel an, kann man 25 Prozent des Fahrpreises verlangen, bei mehr als zwei Stunden sind es 50 Prozent.

Wichtig: Droht man durch einen Zugausfall einen gebuchten Flug zu verpassen, haftet die Bahn nicht für mögliche Folgekosten.

Eine Hintertür bietet sich nach Angaben der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg für Reisende, die sogenannte «Rail&Fly»-Tickets über die Airline gebucht haben. Dann sei die Fahrt zum Airport Teil der Flugbuchung und die Airline müsse für Ersatzbeförderung sorgen.

© dpa
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