Was Sie über das Qualifizierungschancengesetz wissen sollten

17.10.2019 Mit einer beruflichen Weiterbildung kann man seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt gezielt erhöhen. Dank dem Qualifizierungschancengesetz soll dies jetzt noch für einen größeren Personenkreis möglich sein. Doch was hat es mit dem neuen Gesetz auf sich?

© pixabay.com / rawpixel

Wer eine Weiterbildung planen möchte, tut dies in der Regel um seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Indem man sich neue Qualifikationen aneignet und bestehendes Fachwissen weiter ausbaut, nimmt man seine Karriere selbst in die Hand. Damit Weiterbildung noch einfacher zugänglich wird, wurde am 1. Januar 2019 das Qualifizierungschancengesetz eingeführt.

Mehr Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer

Möchte man sich beruflich weiterbilden, kann man bei Erfüllung bestimmter Bedingungen eine Weiterbildungsförderung in Anspruch nehmen. Dies ist für viele eine große Unterstützung. Noch einen Schritt weiter geht die Regierung mit dem Qualifizierungschancengesetz. Durch neue Regelungen sollen Arbeitnehmer mehr Möglichkeiten erhalten sich weiterzubilden. Möglich wird dies durch drei wesentliche Faktoren:

  1. Das Weiterbildungsangebot wird weiter ausgebaut
  2. Mitarbeiter erhalten mehr finanzielle Mittel für ihre Weiterbildung
  3. Unternehmen können die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter staatlich bezuschussen lassen

Wie Arbeitnehmer vom neuen Gesetz profitieren

Arbeitnehmer sollten nicht nur über ihre Pflichten sondern auch über ihre Rechte Bescheid wissen. So müssen etwa in einem Bewerbungsgespräch bestimmte Fragen nicht wahrheitsgemäß beantwortet werden. Ein weiteres Recht ist das Recht auf Weiterbildung. Während die Bundesagentur für Arbeit bislang lediglich Arbeitslose sowie Geringqualifizierte und ältere Arbeitnehmer bei der Weiterbildung unterstützt hat, wird sich dies in Zukunft ändern. Das Qualifizierungschancengesetz räumt auch Arbeitnehmern die Möglichkeit ein, ihre Weiterbildung fördern zu lassen.

Hintergrund: Digitalisierung und technischer Wandel fordern ihren Tribut. Ohne eine umfangreiche Weiterbildung wird es in bestimmten Berufsfeldern kaum möglich sein, den ständig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden. Daher macht es durchaus Sinn, sich nach seiner Ausbildung weiterbilden zu lassen. Vor allem wer in einem Bereich arbeitet, der von Digitalisierung und technischem Wandel betroffen ist, hat sehr gute Chancen auf finanzielle Unterstützung seiner Weiterbildung. Möchte man sich hingegen ausschließlich für private Zwecke weiterbilden, gilt weiterhin, dass entsprechende Kurse vom Staat nicht gefördert werden.

Staatliche Finanzspritze für Unternehmen

Beim Qualifizierungschancengesetz werden sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber berücksichtigt: Sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden, können Arbeitgeber die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter teilweise vom Staat finanzieren lassen. Während Unternehmen dadurch auf besser ausgebildete Mitarbeiter zurückgreifen können, profitieren auch Mitarbeiter von der neuen Regelung. Das Qualifizierungschancengesetz räumt ihnen das Recht auf eine Weiterbildungsberatung ein. In vielen Fällen können sie sich auch außerhalb des aktuellen Berufs weiterbilden lassen. Ganz automatisch steigen dadurch die Beschäftigungschancen auf dem Arbeitsmarkt von morgen.

Unternehmen können die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter staatlich fördern lassen. Je nachdem wie groß der Betrieb ist, sind Zuschüsse von bis zu 100 % zu den Weiterbildungskosten möglich. Sofern Arbeitnehmer während der Weiterbildung freigestellt werden, können Arbeitgebern auch die Lohnkosten erstattet werden.

Wer Interesse an einer Weiterbildung hat, muss sowohl bei seinem Arbeitgeber als auch bei der Bundesagentur für Arbeit einen Antrag stellen. Die Bundesagentur für Arbeit überprüft zunächst, ob und inwieweit die Weiterbildung gefördert werden kann. Einen Rechtsanspruch auf jede mögliche Weiterbildung durch die Bundesagentur für Arbeit gibt es nicht. 

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