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Was macht eigentlich eine Hochzeitsfotografin?

Sie halten einen Tag fest, der für Paare oft einer der wichtigsten und glücklichsten in ihrem Leben ist: Hochzeitsfotografinnen und -fotografen. Doch der Job hat auch seine Schattenseiten.
Eine Frau mit Kamera vor einem Notebook
Eine Hochzeitsfotografin
Melanie Meißner
Foto eines Paares, das anstößt

In ihrer Arbeit dürften sie mit mehr glücklichen Menschen zu tun haben als in vielen anderen Berufen. Und mit wesentlich mehr Festen. Hochzeitsfotografinnen lichten frisch getraute Paare ab, feiernde Gäste und einzigartige Momente. Doch zum Job gehört auch viel Arbeit am Schreibtisch.

Im Jobprotokoll erzählt die Berliner Hochzeitsfotografin Melanie Meißner aus ihrem Alltag. Sie verrät, wie sie zu ihrem Beruf gekommen ist und warum dieser auch körperlich herausfordernd sein kann.

Warum ich mich für den Job entschieden habe:

Es ist wirklich toll und abwechslungsreich, als Hochzeitsfotografin zu arbeiten. Zumal jede Hochzeit anders ist. Man lernt viele ganz unterschiedliche Menschen kennen. Und die Dankbarkeit und Freude der Paare, die geheiratet haben, aber auch der Gäste für schöne und gelungene Fotos vom Fest, machen mich einfach glücklich.

Ursprünglich habe ich Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin studiert. Damals suchten mein damaliger Freund, der heute mein Ehemann ist, und ich nach einem Nebenverdienst. Das Fotografieren hat uns seit eh und je viel Spaß gemacht. Und nachdem wir die erste Hochzeit gemeinsam begleitet hatten, ließ er mich die zweite Hochzeit alleine fotografieren. Daraufhin traute ich mir viele weitere Hochzeiten zu.

Ich machte mein Diplom in Psychologie und stand vor der Frage, wie es nun weitergeht: Als Psychologin arbeiten oder lieber in Vollzeit als Hochzeitsfotografin? Ich entschied mich für Letzteres - damit habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht.

Meine Ausbildung:

Ich hatte einen Top-Ausbilder: Mein Mann ist staatlich anerkannter Foto-Designer und hat mir wirklich viel beigebracht. Er hat mir Tipps und Kniffe vermittelt, wie man beispielsweise optimal vorhandenes Licht nutzt, wie man Kameras einstellt oder Bilder bearbeitet. Oder wie man am besten Kunden berät. Eine klassische dreijährige Fotografen-Ausbildung habe ich nicht absolviert - die brauchte ich wegen der Unterstützung durch meinen Partner nicht.

Mein Arbeitsalltag:

Das Fotografieren auf Hochzeiten macht gefühlt nur etwa 10 bis 15 Prozent meiner Tätigkeit aus. Später sind die gemachten Bilder - pro Hochzeit entstehen in der Regel Unmengen - zu sichten und zu bearbeiten. Unscharfe oder unvorteilhafte Fotos werden aussortiert.

Dann muss man sich als Hochzeitsfotografin im Alltag viel ums Marketing kümmern und dafür Social-Media-Kanäle wie etwa Facebook, Pinterest oder Instagram pflegen und mit neuen Inhalten befüllen. Ebenfalls aus Marketingzwecken ist es gut und wichtig, eine Webseite zu betreiben und diese aktuell zu halten.

Viel Zeit nimmt auch die Beratung der Paare ein. Angebote müssen erstellt oder die Buchhaltung gemacht werden. Zudem müssen die Kameras und das Zubehör regelmäßig gewartet werden - das gilt auch für den PC und das Auto. Zusätzlich leite ich im Hochzeitsbereich ein Video- und Fototeam. Und ich bilde mich häufig weiter. Außerdem bin ich Ausbilderin und Coach.

Die Schattenseiten:

Die Tätigkeit ist teils harte körperliche Arbeit. Das liegt nicht zuletzt an dem schweren Kamera-Equipment. Und Hochzeiten ziehen sich bekanntlich in die Länge: Wenn man im Sommer bei zeitweise 35 Grad 14 Stunden lang arbeitet, kann das einen ganz gehörig schlauchen.

Hinzu kommt: Gerade in der Saison von Mai bis Oktober reiht sich an den Wochenenden häufig eine Hochzeit an die andere. Da bleibt dann auch durch die Postproduktion kaum Zeit für Urlaub, Familie oder Freunde. Das kann manchmal bitter sein. Gerade, wenn ein besonderes Event ansteht und man sprichwörtlich lieber auf einer Hochzeit tanzt.

Was mich trotzdem motiviert:

Wenn man sich überlegt, was von einer Hochzeit bleibt, dann sind das die Ringe - und im Idealfall viele stimmungsvolle Fotos. Das Gefühl, mit den Ergebnissen meiner Arbeit bei Ehepaaren auch Jahrzehnte später bestimmte schöne Momente ihrer Hochzeit in Erinnerung zu rufen - beziehungsweise wachzuhalten -, motiviert mich immer wieder. Daher ist und bleibt die Hochzeitsfotografie mein Traumjob.

Die Verdienstmöglichkeiten:

Die Verdienstspannen sind je nach Einsatz unterschiedlich. Alles ist möglich. Wer es nebenberuflich macht, verdient vielleicht um die 1000 Euro im Monat. Hauptberufliche Hochzeitsfotografen kommen unter Umständen auf einen Jahresbruttoverdienst von bis zu 100 000 Euro. Das hängt davon ab, wie oft man selbst oder das Team, das man sich aufbauen kann, übers Jahr gesehen gebucht wird.

Noch mehr Geld lässt sich verdienen, wenn Hochzeitsfotografen zusätzlich zu ihren Buchungen eine Ausbildung oder ein Online-Coaching anbieten.

Wo ich mich selbst in zehn Jahren sehe:

Natürlich als Hochzeitsfotografin! Weil die Tätigkeit mich so erfüllt und so zufrieden macht. Sollte dies eines Tages nicht mehr möglich sein, zum Beispiel aus körperlichen Gründen, würde ich gerne etwas mit Menschen machen. Aber ich bin optimistisch und glaube daran, noch lange als Hochzeitsfotografin unterwegs zu sein.

© dpa ⁄ Sabine Meuter, dpa
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