Unterdurchschnittliche Leistung kann zu Kündigung führen

Schöpfen Arbeitnehmer ihr persönliches Leistungsspektrum nicht aus, können Arbeitgeber Konsequenzen veranlassen. Eine Kündigung ist bei sogenannten Low Performern nur in Einzelfällen möglich.
Kündigung ist die Ausnahme: Für Arbeitgeber ist es in der Regel schwer, nachzuweisen, dass jemand absichtlich unter einem definierten Leistungsniveau bleibt. © Christin Klose/dpa-tmn

Wenn ein Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum nachweisbar weniger leistet als andere, kann das im Einzelfall eine Kündigung rechtfertigen. Das zeigt ein Urteil des Landesarbeitsgerichts Köln (Az. 4 Sa 548/21), auf das «Haufe.de» hinweist.

Im konkreten Fall ging es um die Kündigung eines Kommissionierers in einem Großhandelslager im Bereich der Lebensmittellogistik. In der Betriebsvereinbarung des Arbeitgebers ist für Kommissionierer eine Basisleistung festgelegt, die der Normalleistung entspricht und mit dem Grundlohn vergütet wird.

Seit einem Wechsel in den Bereich Trockensortiment erreichte der Arbeitnehmer in keinem Monat die Basisleistung von 100 Prozent. Nach zwei Abmahnungen kündigte ihm der Arbeitgeber ordentlich.

Richter halten Kündigung für gerechtfertigt

Der Arbeitnehmer wehrte sich vor Gericht gegen diese Kündigung. Der Arbeitgeber legte vor Gericht die unterdurchschnittliche Leistung des Mitarbeiters dar, indem er Aufzeichnungen aus dem Warenwirtschaftssystem vorlegte. Diese dokumentierten laut «Haufe.de» die Kommissionierleistung des Arbeitnehmers im Vergleich zur Leistung von rund 150 anderen Kommissionierern.

Nach Ansicht des Gerichts konnte der Arbeitgeber so darlegen, dass der Kläger die Durchschnittsleistung vergleichbarer Arbeitnehmer über einen längeren Zeitraum um deutlich mehr als ein Drittel unterschritten hatte. Die Richter hielten die Kündigung somit für gerechtfertigt.

Arbeitnehmer muss Gründe darlegen

Dem Urteil zufolge ist es Sache des Arbeitnehmers, das Zahlenwerk und seine Aussagefähigkeit im Einzelnen zu bestreiten oder darzulegen, warum er mit seiner deutlich unterdurchschnittlichen Leistung dennoch seine persönliche Leistungsfähigkeit ausschöpft.

Die pauschale Angabe des Arbeitnehmers, er sei systematisch benachteiligt worden, überzeugte das Gericht dem Bericht zufolge nicht.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
2. Liga: Perfekt: Weinzierl neuer Trainer beim 1. FC Nürnberg
Handy ratgeber & tests
Kolumne: Pixel 6a im Test: Googles neues Kompakt-Smartphone
Reise
Dublin zu Fuß: Fünf Spaziergänge durch Irlands Hauptstadt
People news
Leute: Kaley Cuoco über Flirt mit Johnny Galecki
Auto news
Trend zur Automatik: Viele Autofahrer schalten nicht mehr selbst
Internet news & surftipps
Krieg gegen die Ukraine: Selenskyj mischt sich in Twitter-Streit mit Elon Musk ein
People news
Leute: Kanye West mit Rassismus-Slogan auf der Fashion Week
People news
Tokio-Hotel-Sänger: Bill Kaulitz will sich verlieben
Empfehlungen der Redaktion
Wohnen
Mietschulden: Wann der Vermieter fristlos kündigen darf
Job & geld
Gericht urteilt: Kündigung wegen unverschlossener Schreibtischfächer möglich?
Job & geld
Urteil: Arbeitgeber darf Betriebsrat nicht abmahnen