Beschäftigte arbeiten im Homeoffice öfter trotz Krankheit

24.01.2022 Klar, wer krank ist, sollte am besten zu Hause bleiben. Aber wie verhalten sich Beschäftigte im Homeoffice? Einer Studie zufolge erledigen sie ihre Aufgaben trotzdem. Die Forscherinnen nennen auch einen Grund dafür.

Laut einer Studie arbeiten Beschäftigte im Homeoffice öfter, obwohl sie krank sind. © Christin Klose/dpa Themendienst/dpa-tmn

Arbeitnehmer neigen einer Studie zufolge in der Corona-Pandemie vermehrt dazu, sich im Homeoffice trotz Krankheit an den Rechner zu setzen. Einen umgekehrten Trend gebe es bei Beschäftigten, die für den Job ins Büro fahren müssen, heißt es in einer Untersuchung der Hamburger Kühne Logistics University (KLU) und der WHU - Otto Beisheim School of Management.

Zu groß seien die befürchteten Schuldgefühle, sollte es im Büro zu einer Ansteckung mit dem Coronavirus kommen, um sich auf den Weg zur Firma zu machen, heißt es in der Studie. Ganz anders dagegen in den eigenen vier Wänden: «Wenn sich Mitarbeitende zuhause «nur» erholen und nicht erreichbar sind, befürchten viele Schuldgefühle gegenüber dem Team. Deshalb entscheiden sich einige, zumindest etwas zu arbeiten», sagte die KLU-Professorin für Personalmanagement, Prisca Brosi. Zudem zeigten die Ergebnisse, dass die Entscheidung zu arbeiten unabhängig von der Schwere der Erkrankung sei.

Schuldgefühle und Gesundheitsschäden

Dabei übersähen die Beschäftigten jedoch die Konsequenzen. «Wenn ich weiterarbeite statt mich zu erholen, kann zusätzlich ein Schuldgefühl mir selbst gegenüber entstehen», sagte die WHU-Professorin für Personalführung, Fabiola H. Gerpott. Zum einen arbeiteten kranke Beschäftigte oft nicht produktiv. «Zum anderen spüren sie, dass ihre Entscheidung der eigenen Gesundheit schadet.»

Für die Studie wurden den Angaben zufolge drei Untersuchungen im Vor-Corona-Jahr 2019 sowie im Juli und August 2020 mit insgesamt rund 650 Teilnehmerinnen und Teilnehmern gemacht und verglichen.

Die Forscherinnen sehen bei dem Thema auch Arbeitgeber in der Pflicht. «Unternehmen sollten im Vorfeld klar ansprechen, dass Mitarbeitende mit diesem Verhalten ihrer eigenen Gesundheit schaden und nicht produktiv arbeiten können», betonte Brosi. Es reiche nicht, Mitarbeitende einfach nur zu bitten, im Krankheitsfall zuhause zu bleiben. «Sie müssen auch über die negativen Konsequenzen der Entscheidung, trotzdem zu arbeiten, reflektieren», sagte Brosi.

© dpa

Weitere News

Top News

1. bundesliga

Bundesliga: «Vamos a la playa»: Hertha BSC feiert, doch Bobic muss ran

People news

Reality-Star: Kourtney Kardashian Barker - Namensänderung auf Instagram

Internet news & surftipps

Foto-App: Snap sieht Quartalsziele in Gefahr - Aktie stürzt ab

Tv & kino

Action-Film: «Mission: Impossible 7»-Trailer mit waghalsigen Stunts

Gesundheit

CovPass-App: Was tun, wenn der digitale Impfnachweis abläuft?

Tv & kino

Glamour & Protest : Das Filmfestival Cannes in Kriegszeiten

Internet news & surftipps

Cambridge Analytica: US-Staatsanwalt klagt gegen Facebook-Gründer Zuckerberg

Internet news & surftipps

Netzkriminalität: Faeser: Anpassung der Jagd nach Sexualstraftätern

Empfehlungen der Redaktion

Regional hamburg & schleswig holstein

Beschäftigte arbeiten im Homeoffice vermehrt trotz Krankheit

Job & geld

Bettkanten-Entscheidung: Krank im Home Office: Wie zieht man eine Grenze?

Wirtschaft

Arbeit: Künftige Homeoffice-Pflicht?

Wirtschaft

Corona-Exit: Homeoffice-Pflicht vor Ende - Was kommt nach dem 20. März?

Job & geld

Unbeliebtes Modell? : Desksharing sollte kein starres Konzept sein

Job & geld

Für Klima und Geldbeutel: So klappt es mit mehr Homeoffice-Tagen

Job & geld

Raus aus dem Jogginganzug: So gewöhnen wir uns wieder ans Büro

Regional hamburg & schleswig holstein

Techniker Krankenkasse: Jeder Zweite geht krank zur Arbeit