Das sollten Anleger bei Gold-Investments wissen

06.04.2022 Die Inflation schießt in die Höhe, das Geld wird immer weniger wert. Manche Menschen suchen daher Zuflucht beim Edelmetall. Ist das eine gute Idee?

Faszination Gold: Besonders in Krisenzeiten erfreut sich das Edelmetall großer Beliebtheit. © Uli Deck/dpa/dpa-tmn

Wann immer Unsicherheiten den Kapitalmarkt erschüttern, weckt das gute alte Gold wieder mehr Begehrlichkeiten. Dem Edelmetall hängt der Ruf an, in Krisenzeiten besonders wertstabil zu sein. Aber stimmt das überhaupt?

Nein. «Der Wert des Goldes schwankt stark», heißt es etwa vom Bundesverband deutscher Banken (BdB). Wie viele andere Rohstoffe auch, habe der Gold-Invest eher einen spekulativen Charakter, teilt die Brilliant Vermögensverwaltung aus Düsseldorf mit. Anleger kauften das Edelmetall oder Gold-Wertpapiere in der Hoffnung, dass es ihnen jemand anderes zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren Preis wieder abkauft.

Spezielle Anlageklasse: Gold bringt keinen laufenden Ertrag

«Wer heute in das Edelmetall investiert, muss deshalb auch damit rechnen, dass er erhebliche Verluste erleiden kann», sagt Christian Dagg, geschäftsführender Gesellschafter der Brilliant Vermögensverwaltung.

Noch viel wichtiger: Gold bringt keine laufenden Erträge - im Gegensatz zu Aktien, Anleihen oder Immobilien. Denn diese werfen entweder Dividende, den festgeschriebenen Zins, oder Mieteinnahmen ab. Die fehlende laufende Einnahme habe laut Vermögensverwalter Dagg einen Nebeneffekt: «Weil es keinen Cashflow bringt, ist es nämlich auch nicht möglich, festzustellen, ob Gold gerade billig, teuer oder fair bewertet ist.»

Individuelle Anlagestrategie in turbulenten Zeiten beibehalten

In der Geschichte habe sich immer wieder gezeigt, dass die meisten Rohstoffe, um den inflationsbedingten Kaufkraftverlust bereinigt, auf lange Sicht stetig billiger werden, sagt Dagg. Darum sei es sehr viel sinnvoller, sein Geld mit einem langfristigen Anlagehorizont und gut gestreut in Aktien zu investieren. Unabhängig von der kurzfristigen Marktentwicklung zahle es sich daher aus, an der zu den individuellen Bedürfnissen und der persönlichen Risikoneigung passenden Anlagestrategie festzuhalten.

Dagg rät daher dringend davon ab, in turbulenten Marktphasen alle Wertpapiere panikartig zu verkaufen und das Vermögen in Gold umzuschichten. Es spreche aber nichts dagegen, «Gold als eine Art Wertspeicher zu betrachten und einen kleinen Teil des eigenen Vermögens dort zu investieren», so Dagg.

Wer das tun möchte, sollte folgende sechs Hinweise des Bankenverbands BdB beachten:

1. Egal ob Barren oder Münzen - Gold sollte stets bei einem seriösen Anbieter gekauft werden. Banken etwa garantieren für die Echtheit der von ihnen angebotenen Goldbarren und Goldmünzen.

2. Der Preis für Anlagegold hängt ab vom Gewicht, dem Feingoldgehalt und der Prägung. Er sollte nicht mehr als zehn Prozent über dem aktuellen Goldpreis liegen - darum ist es wichtig, den aktuellen Kurs zu kennen.

3. Barren liegen preislich näher am Materialwert des Goldes als Anlagemünzen. Der Grund: Sie sind weniger aufwendig in der Herstellung. Sammlermünzen können aufgrund ihrer Seltenheit unabhängig vom Goldpreis im Wert steigen.

4. Mini-Goldbarren mit dem Gewicht von einem Gramm gibt es schon für rund 50 Euro. Mit zunehmender Stückelung sinkt der Preis. Mehr Gold fürs Geld gibt es auch bei Anlagemünzen: Eine Münze zu einer Unze Gold ist deutlich preiswerter als zehn Münzen zu je einer Zehntelunze.

5. Gold in Form von Barren oder Münzen, das sich als sogenanntes Anlagegold qualifiziert, ist von der Umsatzsteuer befreit. Wer Gold innerhalb eines Jahres mit Gewinn veräußert, muss diesen aber mit dem persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Zumindest dann, wenn die jährliche Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte von 600 Euro erreicht wird.

6. Goldbarren und -münzen sind bei Einbrechern sehr beliebt. Größere Mengen davon sollte man daher besser nicht zu Hause aufbewahren. Sicherer sind die Goldstücke etwa in einem Tresor oder Bankschließfach aufgehoben.

© dpa

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