Zahl stationärer Hodenkrebsbehandlungen deutlich gesunken

Erfreuliche Nachrichten: Immer weniger Männer müssen mit der Diagnose Hodenkrebs im Krankenhause behandelt werden. Der Rückgang der Behandlungsrate hat mehrere Ursachen.
In Deutschland ist die Zahl stationärer Hodenkrebsbehandlungen weiter gesunken. © Andreas Arnold/dpa

In Deutschland ist die Zahl stationärer Hodenkrebsbehandlungen binnen 20 Jahren um 40 Prozent gesunken. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden im Jahr 2020 rund 10.900 Jungen und Männer aus diesem Grund im Krankenhaus behandelt (2000: 18.100).

Dagegen ging die Gesamtzahl der stationären Krebsbehandlungen von männlichen Patienten im selben Zeitraum lediglich um fünf Prozent zurück. «Besonders betroffen von Hodenkrebs sind Männer im jungen und mittleren Alter», erklärten die Statistiker. So waren im Jahr 2020 rund 55 Prozent der Patienten zwischen 20 und 39 Jahre alt. In dieser Altersgruppe war Hodenkrebs demnach die häufigste aller Krebsarten und der Grund für jede vierte stationäre Krebsbehandlung. Unter jungen Männern zwischen 25 und 29 Jahren war sogar jede dritte Krebsbehandlung im Jahr 2020 auf eine bösartige Neubildung im Hoden zurückzuführen.

Verbesserte Präventions- und Vorsorgemaßnahmen

Der starke Rückgang stationärer Behandlungen habe mehrere Ursachen, hieß es. So hätten sich zum einen Präventions- und Vorsorgemaßnahmen innerhalb von 20 Jahren verbessert. Es gebe aber auch demografische Gründe, so dass der Rückgang «zumindest teilweise auf die sinkende Zahl jüngerer Menschen in der Bevölkerung» zurückzuführen sei.

Laut Statistik starben 197 Menschen im Jahr 2020 an den Folgen einer bösartigen Neubildung im Hoden. Im Jahr 2016 war die Zahl der Todesfälle mit 140 auf den tiefsten Stand der letzten 20 Jahre gesunken und seitdem wieder angestiegen.

Zuletzt hatten mehrer Hodenkrebs-Fälle im Profifußball für Schlagzeilen gesorgt. Seit dem Frühjahr gab es mindestens vier bekannte Fälle in der Bundesliga. Lebensstilfaktoren oder bestimmte Sportarten haben nach Aussage von Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums, jedoch keinen Einfluss auf die Entstehung von Hodenkrebs.

© dpa
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