Corona-Folgen: Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen

Die Corona-Zeit hat der ganzen Gesellschaft Einschränkungen abverlangt. Nach Daten der DAK zeigen sich deutliche Folgen bei der Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Besonders Mädchen sind betroffen.
In der Corona-Pandemie haben Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen laut einer Studie stark zugenommen. © Nicolas Armer/dpa/Archivbild

In der Corona-Pandemie haben Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen in Thüringen nach Angaben der Krankenkasse DAK stark zugenommen. Besonders Mädchen leiden im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit deutlich häufiger darunter, ebenso unter Depressionen und Adipositas, wie aus dem Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit für Thüringen hervorgeht.

Der Report stützt sich auf Abrechnungsdaten von rund 17.000 Kindern und Jugendlichen bis 17 Jahren aus Thüringen, die bei der Krankenkasse versichert sind.

2021 seien im Vergleich zu 2019 rund 69 Prozent mehr Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren mit Angststörungen ärztlich versorgt worden. Bei den gleichaltrigen Jungen stieg die Zahl dagegen lediglich um sieben Prozent an. Die Zahl der an Depressionen neu erkrankten Schülerinnen in dem Alter nahm um 49 Prozent zu im Vergleich zu der Zeit vor der Pandemie. Bei gleichaltrigen Jungen hingegen sank sie um 49 Prozent. Auch bei den 15- bis 17-jährigen Mädchen gab es mit einem Anstieg von 33 Prozent deutlich mehr Neuerkrankungen als bei Jungen, bei denen eine Steigerung von zwölf Prozent verzeichnet wurde.

Jungs sind eher Verdränger

DAK-Landeschef Marcus Kaiser nannte vor allem die steigenden Zahlen erstmalig diagnostizierter Depressionen und Angststörungen bei Jugendlichen besorgniserregend. «Vielen Mädchen und Jungen geht es nicht gut. Wir müssen dringend etwas tun.» Gemeinsam müssten Politik und Fachleute aus allen beteiligten Bereichen Sofortprogramme und Hilfsangebote starten. «Aus anderen Studien wissen wir, dass es Mädchen leichter fällt, sich zu öffnen und über ihre Probleme zu sprechen. Jungs verdrängen diese eher und flüchten sich beispielsweise in Medienkonsum», sagte Kaiser. Experten erwarteten daher mittelfristig steigende Zahlen von psychischen Erkrankungen und Verhaltensstörungen auch bei männlichen Teenagern.

Auch bei der Zahl der Adipositas-Fälle (krankhaftes Übergewicht) zeigt sich in den Daten eine deutliche Zunahme. Hochgerechnet auf alle versicherten Kinder von 5 bis 17 Jahren mussten rund 7000 allein 2021 wegen einer schweren Fettsucht in Thüringen ärztlich behandelt werden, wie es hieß. In der Altersgruppe der Fünf- bis Neunjährigen gab es 73 Prozent mehr Adipositas-Diagnosen und damit den mit Abstand stärksten Anstieg im Verlauf der Corona-Pandemie.

Rückgang bei Infektionskrankheiten

Die Zahl der Krankenhausaufenthalte ging 2021 bei Kindern und Jugendlichen um 20 Prozent im Vergleich zu 2019 zurück. Die Anzahl der Arztbesuche blieb konstant. Besonders groß fiel der Rückgang bei Infektionskrankheiten mit minus 21 Prozent aus. 2021 bekamen zwölf Prozent weniger Kinder und Jugendliche Arzneimittel verschrieben als in der Vor-Corona-Zeit. Die Zahl der verordneten Antibiotika sank um 42 Prozent, die der Reserveantibiotika sogar um 49 Prozent.

Die DAK-Gesundheit ist nach eigenen Angaben mit 5,5 Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.

© dpa
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