90 Prozent der Pflegeheime zahlen Tarif oder ähnlich

Mehr Geld für Pflegepersonal: Spätestens Corona brachte Deutschlands Pflegeeinrichtungen ans Limit und machte den Missstand zum gesundheitspolitischen Kernthema. Nun greifen ab Herbst die ersten Reformen.
Pflegekräfte sollen besser entlohnt werden: In der Folge kommen auf viele Pflegebedürftige oder deren Angehörige Preissteigerungen zu. © Tom Weller/dpa/dpa-tmn

Gesetzliche Vorgaben für eine bessere Bezahlung von Pflegekräften werden zusehends umgesetzt. Inzwischen haben rund 90 Prozent aller Altenpflege-Einrichtungen eine verpflichtende Rückmeldung zur Tariftreue abgegeben.

Das heißt, dass sie nach Tarifverträgen oder in ähnlicher Höhe zahlen. Zum Ende einer Frist zum 30. April waren es demnach 78 Prozent gewesen. Seitdem seien knapp 9900 Nachmeldungen von Pflegeeinrichtungen zur Umsetzung der Regelungen eingegangen, wie der Bundesverband der Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mitteilte.

Nachhaltige Lösungen stehen an

Ab 1. September darf es Versorgungsverträge nur noch mit Pflegeheimen geben, die nach Tarif oder ähnlich zahlen. Dies war noch von der alten schwarz-roten Bundesregierung auf den Weg gebracht worden.

Die Chefin des AOK-Bundesverbands, Carola Reimann, sagte der dpa, für die Pflegekassen und die Pflegeeinrichtungen seien die Regelungen zur Tariftreue mit einem erheblichen Aufwand verbunden. «Aber die Umsetzung ist auf einem guten Weg.» Grundsätzlich werde das Ziel einer angemessenen Bezahlung der Beschäftigten in der Pflege unterstützt. Unklar seien aber die genauen finanziellen Auswirkungen.

«Fest steht, dass höhere Löhne auch zu höheren Kosten führen werden», erläuterte Reinmann. «Es besteht die Gefahr, dass sie in Form höherer Eigenanteile auf die Pflegebedürftigen abgewälzt werden.» Angesichts der dramatischen Finanzlage der Pflegeversicherung, die ohnehin mit dem Rücken zur Wand steht, seien dringend nachhaltige Lösungen nötig.

Entlastungen für Heimbewohner

Um zur Versorgung zugelassen zu werden, haben Einrichtungen laut Bundesgesundheitsministerium nunmehr drei Möglichkeiten: Sie können selbst einen Tarifvertrag abschließen, mindestens entsprechend eines regional anwendbaren Tarifvertrags bezahlen oder mindestens in Höhe des Durchschnitts aller Tariflöhne in der Region entlohnen. Der AOK-Bundesverband hat eine Zusammenführung und Plausibilisierung der Rückmeldungen der Pflegeeinrichtungen übernommen.

Teil der Reform sind auch Entlastungen für Heimbewohner bei selbst zu zahlenden Anteilen. Sie bekommen seit Jahresbeginn neben Zahlungen der Pflegekasse einen Zuschlag, der mit der Pflegedauer steigt.

© dpa
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