Was Sie zur Blutspende wissen sollten

28.02.2022 In der Medizin sind gespendetes Blut und Plasma unverzichtbar. Hier sind wichtige Fakten für alle, die spenden wollen.

Rund ein halber Liter Blut wird bei einer Vollblutspende entnommen. © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Ab dem 18. Geburtstag sind viele Dinge möglich: Auch Leben retten mit einer Blut- oder Plasmaspende zählt dazu.

Das Höchstalter für Erstspender wiederum liegt in der Regel bei 60 Jahren, regelmäßige Spenden sind für geübte Spenderinnen und Spender laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bis zum 68. Lebensjahr möglich. Wobei die beiden Altersgrenzen nicht in Stein gemeißelt sind. Auch ältere Personen könnten nach ärztlicher Zustimmung im Einzelfall noch spenden.

Für alle gilt: Man muss sich am Tag der Spende fit und gesund fühlen und laut BZgA mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht auf die Waage bringen.

Gesundheitscheck vor der Spende

Vor der Spende wird der Gesundheitszustand gecheckt: So gehört es laut dem Deutschem Roten Kreuz (DRK) dazu, dass die Körpertemperatur gemessen wird. Mit einem kleinen Pieks in den Finger wird zudem der Hämoglobin-Wert im Blut ermittelt. Ist er zu niedrig, ist das laut DRK ein möglicher Hinweis auf Eisenmangel. Eine Blutspende ist an diesem Tag dann nicht möglich.

Zudem gibt es eine Vielzahl von Gründen für eine zeitweilige Rückstellung. Wer innerhalb der vergangenen vier Wochen mit dem Coronavirus infiziert war, sollte kein Blut spenden. Mindestens eine Woche Karenz gilt für einfache Infekte wie eine Erkältung.

Nach Tätowierungen darf man zum Beispiel für vier Monate kein Blut spenden, nach einer Impfung mit Lebend-Impfstoffen vier Wochen. Bei Corona-Impfungen mit den aktuell verfügbaren Impfstoffen indes sind Blutspenden schon am Folgetag möglich. Sofern keine Impfreaktionen wie Fieber oder lokale Schwellungen auftreten, informiert der DRK-Blutspendedienst West.

Manche Menschen sind von Blutspenden ausgeschlossen. Dazu zählen unter anderem Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen, etwa insulinpflichtige Diabetiker.

Ausreichend Zeit einplanen

Es ist ratsam, nicht mit nüchternem Magen zu spenden und stattdessen vor und nach der Blutspende ausreichend zu essen und zu trinken. Das beugt Kreislaufproblemen vor. Anstrengendes Training steht nach der Blutspende besser nicht mehr auf dem Tagesplan.

Für eine Vollblutspende sollte man rund eine Stunde Zeit einplanen - das schließt die Voruntersuchung und das Ausruhen danach ein. Die Entnahme der rund 500 Milliliter Blut dauert rund zehn Minuten.

Bei einer Plasmaspende dauert die Entnahme mit rund 30 bis 45 Minuten deutlich länger. Hierbei wird in der Regel während des Spendens das Plasma in einem speziellen Gerät von den übrigen Blutbestandteilen getrennt - diese gelangen zurück in den Körper.

Pro Jahr sind bis zu 60 Plasmaspenden möglich, der Mindestabstand dazwischen beträgt drei Tage. Vollblutspenden können Frauen nur vier Mal im Jahr geben, Männer sechs Mal. Dazwischen müssen mindestens acht Wochen Pause liegen.

Wer Blut spendet, sollte den Personalausweis mitbringen und bei weiteren Spenden auch an den Blutspendeausweis denken. Den bekommt man ein paar Wochen nach der ersten Spende zugeschickt.

Anderen helfen, selbst profitieren

In erster Linie hilft man mit seiner Spende natürlich anderen. Neben dem guten Gefühl gibt es je nach Blutspendedienst auch noch kleine Geschenke, Gutscheine, Geld oder gemeinnützige Spenden.

Und: Man lernt etwas über den eigenen Körper. So kennt nach der Spendenpremiere die eigene Blutgruppe - diese wird bei sonstigen Laboruntersuchungen des Blutes in der Regel nicht auf dem Befund angegeben. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) hin.

Durch die ausführliche Untersuchung im Vorfeld der Blutspende könnten zudem mögliche Erkrankungen frühzeitig erkannt werden.

© dpa

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