Weniger Babys neun Monate nach erstem Corona-Lockdown

Keine Restaurants mehr und Kontakte zu Freunden eingeschränkt: So waren die Corona-Lockdowns. Eine Studie zeigt, welche Auswirkungen das auf die Geburtenzahlen neun Monate später hatte.
Der erste Corona-Lockdown hatte erkennbare Folgen auf die Geburtenzahlen in Europa. In den meisten Ländern sank die Zahl der Neugeborenen neun Monate später. © Stefan Puchner/dpa

In Europa sind im ersten Corona-Lockdown weniger Babys gezeugt worden als in Vergleichszeiträumen früherer Jahre. Die Zahl der Geburten neun Monate nach dem Höhepunkt des ersten Lockdowns ging mit Blick auf 24 europäische Länder im Schnitt um 14 Prozent zurück, wie der Geburtshilfespezialist Léo Pomar von der Universität Lausanne mit Kollegen in der Fachzeitschrift «Human Reproduction» berichtet.

Das Ergebnis wurde vor allem durch 13 Länder beeinflusst, in denen der Rückgang der Geburten bei zwischen zwölf und 28 Prozent lag. In Deutschland waren es nach dieser Studie knapp 7,1 Prozent. Besonders stark ging die Zahl der Geburten im Januar 2021 in Litauen (28,1 Prozent), der Ukraine (24,4 Prozent) und Spanien (23,5 Prozent) zurück, aber auch in Italien, Portugal oder Frankreich.

Nur in zwei Ländern gab es mehr Geburten als früher

Die Wissenschaftler betrachteten die nationale Zahl der Lebendgeburten im Januar 2021 und verglichen sie mit dem Durchschnitt der Monate Januar 2018 und Januar 2019. Unter 24 Ländern wurden nur in Finnland und Dänemark mehr Babys geboren als im Vergleichszeitraum. Die Corona-Maßnahmen waren in jedem Land verschieden, liefen aber praktisch überall auf einen Lockdown, also eine Einschränkung des sozialen Lebens hinaus. Nur Schweden hatte keinen Lockdown.

«Je länger der Lockdown anhielt, desto weniger Schwangerschaften kamen zustande, selbst in Ländern, die von der Pandemie nicht sehr schwer betroffen waren», sagte Pomar über die Studie. Als Schlussfolgerung schreiben die Autoren: «Maßnahmen wie Abstand halten und Kontakte reduzieren, Ängste im Zusammenhang mit dem Krankheitserreger und die soziale und wirtschaftliche Krise könnten indirekte Faktoren sein, die bei der Entscheidung der Paare, die Schwangerschaft zu verschieben, eine Rolle spielen.»

Etwa neun Monate nach dem Ende des ersten Corona-Lockdowns, im März 2021, lagen die Geburtszahlen im Durchschnitt aller Länder leicht über dem Niveau von vor der Pandemie. Die «fehlenden» Geburten von Januar wurden aber zumindest nicht unmittelbar kompensiert, schreiben die Autoren. In einigen, aber nicht allen Ländern stieg die Zahl der Geburten im Februar und März 2021 jedoch deutlich, verglichen mit dem Durchschnitt der Vergleichsmonate 2018 und 2019 - darunter vor allem in Finnland und den Niederlanden, aber auch in Deutschland.

© dpa
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