«Endurance22»: Ein Schiffsfund im südlichen Eismeer

Ernest Shackleton stach 1914 zu einer dreijährigen Expedition der Antarktis in See. So war es zumindest geplant. Doch es kam anders: 1915 sank das Schiff. Was passierte, lässt sich im Netz nachforschen.
Unterwasser-Blick in die Vergangenheit: Obwohl sie vor mehr als 100 Jahren gesunken ist, macht die «Endurance» immer noch einen guten Eindruck. © endurance22.org/dpa-tmn

«Endurance» hieß der Expeditions-Dreimaster, der vor mehr als 100 Jahren schon zwei Tage nach dem Start seiner Antarktis-Mission in Packeis geriet. Ein knappes Jahr driftete das Schiff so durchs Weddellmeer, bevor es schließlich unter dem Eisdruck zerbarst und sank. Man schrieb den 21. November 1915.

Die 28-köpfige Crew konnte sich in den drei Rettungsbooten der «Endurance» auf eine Insel namens Elephant Island retten. Von dort aus machten sich Expeditionsleiter Ernest Shackleton und fünf weitere Crewmitglieder in einem der Rettungsboote unter widrigsten Bedingungen wieder auf den Weg, Hilfe zu holen.

Ist die Crew verloren?

Sie steuerten die von Robben- und Walfängern bewohnte Insel Südgeorgien an, von wo aus die Expedition damals auch schon gestartet war. Die Männer schafften es tatsächlich, die Insel zu erreichen und konnten dort die Evakuierung der Crewmitglieder von Elephant Island organisieren. Diese gelang am 30. August 1916. Alle Expeditionsteilnehmer konnten gerettet werden.

Seitdem galt die «Endurance» als verschollen. Sämtliche Versuche, sie zu lokalisieren, scheiterten. Bis zum 5. März 2022: An diesem Tag fanden Forscherinnen und Forscher der Expedition «Endurance22» mit Hilfe von zwei Tauchrobotern das Wrack.

Aus dem Eismeer ins Netz

Alle Infos zur Expedition sowie Fotos und Videos finden sich im Netz unter «Endurance22.org». Die spannende, wenngleich nur in englischer Sprache verfügbare Seite hat der Falklands Maritime Heritage Trust als Organisator der «Endurance22»-Expedition online gestellt.

Eine Bergung der «Endurance» wird es übrigens nicht geben. Sie gilt laut internationalem Antarktis-Vertrag als historisches Denkmal und darf nicht angerührt werden.

© dpa
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