Ein Glossar für Tinder und Co.

Das Internet wurde nur für Katzenvideos und Pornos erfunden? Nicht ganz. Wichtig scheint auch Online-Dating zu sein, bei dem es einen eigenen Wortschatz gibt. Ein kleines Glossar für Tinder und Co.
Tinder führte nach eigenen Angaben 2016 als erste Dating-App ein, dass man sich nicht nur als «Mann» oder «Frau» identifizieren kann. © Johannes Schmitt-Tegge/dpa

Die App Tinder gibt es jetzt seit zehn Jahren. Mehr als die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer gehöre zur Generation Z, teilt Tinder mit. Das meint die heute etwa 18- bis 25-Jährigen. In dieser Altersgruppe sind Sicht- und Ausdrucksweisen und Begriffe gängig, die Ältere womöglich kaum mehr verstehen. Hieß es früher zum Beispiel «Kann ich deine Nummer haben?» wird heute «in DMs mit dem "Crush" geslidet». Das meint: Mit dem Schwarm wird in Netzwerken wie Instagram, Snapchat oder Twitter über Direktnachrichten geflirtet.

Eine Auswahl weiterer Besonderheiten:

Tinder führte nach eigenen Angaben 2016 als erste Dating-App ein, dass man sich nicht nur als «Mann» oder «Frau» identifizieren kann.

2019 wurde eine neue Funktion für die sexuelle Orientierung vorgestellt, bei der zwischen neun Orientierungen gewählt werden kann (und zwar heterosexuell, bisexuell, pansexuell, schwul, lesbisch, asexuell, demisexuell, queer sowie «derzeit unklar»).

Wird man von seinem «Match» mit unregelmäßig-unverbindlicher Kommunikation auf der Reservebank warmgehalten, heißt das «Benching».

Als «Red Flag» werden die Warnzeichen («roten Flaggen») bezeichnet, die es im Chat zu erkennen gilt, wenn die andere Person einem offensichtlich nicht gut tut oder nicht gut tun wird.

Als «Mansplaining» wird das Dozierende bezeichnet, wenn ein Mann davon ausgeht, er wisse mehr über den Gesprächsgegenstand als die – meist weibliche – Person, mit der er es zu tun hat.

«Ghosting» wird der plötzliche Kontaktabbruch beim scheinbar gut laufenden Dating genannt - ein Verschwinden/Abtauchen wie ein Geist.

«Gaslighting» meint, jemanden mit Lügen so zu manipulieren, dass das Opfer an der eigenen Zurechnungsfähigkeit zweifelt. Der Begriff über psychischen Missbrauch wurde inspiriert vom Theaterstück «Gaslicht» von Patrick Hamilton, das unter anderem mit Ingrid Bergman verfilmt wurde (deutscher Titel: «Das Haus der Lady Alquist», 1944).

«Catfishing» ist das fiese Vorgehen, mit einer falschen Online-Identität andere in emotionale Beziehungen zu verstricken.

«Netflix and Chill» kann übrigens entweder echt einen Couchabend mit Streamingdienst meinen oder aber ein reines Sexdate beschreiben.

Wenn jemand als «Hubby Material» oder «Wifey Material» eingeschätzt wird, gilt er/sie als (langzeit-)beziehungstauglich, gar ehetauglich. «GF» und «BF» stehen für «Girlfriend» beziehungsweise «Boyfriend».

Gängige Begriffe beim Sex-Dating lauten beispielsweise «DTF» (Down to fuck/für Sex zu haben), «MBA» (Married but available/Verheiratet, aber verfügbar), «Nudes» (Nacktbilder), «BJ» (Blowjob), «ONS» (One-Night-Stand), «MILF» und «DILF» (Komplimente für ältere Frauen oder Männer, dass sie immer noch sexy sind, auch wenn sie womöglich im Alter der eigenen Mutter oder des eigenen Vaters/Daddys sind).

© dpa
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