Musikstreaming: Die App macht den Unterschied

Millionen Musiktitel frei Haus. Das liefern alle Streamingdienste. Doch bei den Apps - der Benutzerschnittstelle zu dem Musikschatz - trennt sich die Spreu vom Weizen, zeigt ein aktueller Test.
Läuft: Musikhören unterwegs macht Spaß - und daran haben die Smartphone-Apps der Streamingdienste einen nicht unerheblichen Anteil. © Christin Klose/dpa-tmn

Fast überall der gleiche Preis. Das Einzelabo kostet rund 10 Euro im Monat, ein Familienabo für bis zu sechs Einzelkonten ist für ungefähr 15 Euro zu haben. Doch wer glaubt, dass sich Streamingdienste weiter nicht großartig unterscheiden, nur weil sie ähnliche Abopreise haben, der irrt.

Unterschiede gibt es vor allem auch bei den Apps, die als Schlüssel zu den unendlichen digitalen Katalogen mit Songs, Hörspielen oder auch Podcasts fungieren. Das hat die Stiftung Warentest in einem Vergleich der Audio-Anwendungen (jeweils für Android und iOS) von neun Musikstreaming-Anbietern festgestellt. Sowohl hinsichtlich des Funktionsumfangs als auch bei der technischen Umsetzung lagen die Apps teils weit auseinander («test»-Ausgabe 10/22).

Vom Streamen ins Straucheln

Zwar funktionierte das Abspielen an sich bei allen Anwendungen weitgehend problemlos. Einige Apps kamen den Angaben zufolge aber durcheinander, wenn die Internetverbindung unterbrochen wurde. Sie stoppten die Wiedergabe und wechselten in den Offline-Modus. Unterschiede und Probleme fanden die Testerinnen und Tester auch beim Erstellen, Verwalten und insbesondere beim Teilen von Playlisten.

Teils senden die Apps unnötige Daten, darunter auch detaillierte technische Informationen zum verwendeten Handy. In den Datenschutzerklärungen fanden die Expertinnen und Experten fast überall deutliche Mängel, die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) waren bei knapp der Hälfte der Anwendungen deutlich oder sehr deutlich zu beanstanden.

Aufs Siegertreppchen sowohl für Android (Gesamtnote 1,4) als auch für iOS (Gesamtnote 1,5) schaffte es Spotify, gefolgt von Deezer (Gesamtnote 1,9 für beide Betriebssysteme).

Offline-Modus ist klimafreundlich

Alle getesteten Apps verfügen über einen Offline-Modus. Der ist nicht nur grundsätzlich praktisch, sondern kann Nutzerinnen und Nutzern auch dabei helfen, ihre eigene Klimabilanz zu verbessern, insbesondere wenn sie unterwegs sind.

Da Datenübertragung übers Mobilfunknetz energieintensiver ist als Datenübertragung übers Festnetz, hilft es dem Umweltbundesamt zufolge, Musik daheim übers WLAN herunterzuladen und dann unterwegs im Offline-Modus zu hören.

Zusätzlich kann man in den App-Einstellungen die Klangqualität und damit die Datenrate fürs Streaming über den Mobilfunk reduzieren. Denn fließen weniger Daten, wird auch weniger Energie verbraucht.

© dpa
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