Studie: Nutzer wechseln Smartphones zunehmend später aus

09.02.2022 Spätestens nach zwei Jahren das nächste Top-Smartphone - das war einmal. Nutzerinnen und Nutzer halten sich beim Neukauf immer mehr zurück. Der neue Standard 5G ändert daran auch nichts - vorerst.

Verbraucherinnen und Verbraucher tauschen ihre Smparthones immer später durch ein neues aus. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der schnelle Wechsel von einem Handy zum nächsten ist einer Studie zufolge bei vielen Verbrauchern passé. Die Smartphoneanbieter könnte das in den nächsten Jahren Umsätze in dreistelliger Milliardenhöhe kosten, heißt es in der Studie des Kreditversicherers Euler Hermes.

Gefährdet seien vor allem kleinere Anbieter statt der Schwergewichte wie die aktuell drei größten Hersteller Apple, Samsung und Xiaomi.

«Verbraucher sind in den letzten Jahren nachhaltiger geworden und halten inzwischen wesentlich länger an ihren Smartphones fest», sagte der Deutschlandchef der Allianz-Tochter, Milo Bogaerts. «Europäer tauschen ihre Geräte aktuell durchschnittlich nach rund 40 Monaten - das ist etwa ein Viertel länger als noch 2016.»

Schnellerer Austausch in Übersee

In den USA tauschten Verbraucher ihre Smartphones zwar aktuell schon nach rund 24 Monaten - aber auch dort habe sich die Nutzungsdauer der Geräte seit 2016 um 30 Prozent verlängert.

«Die Austauschzyklen werden sich auch in den kommenden Jahren verlängern. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Industrie» prognostiziert Euler Hermes-Branchenanalyst Aurélien Duthoit. «Bis 2025 sind dadurch weltweit kumulierte Umsätze von insgesamt 134 Milliarden US-Dollar in Gefahr.»

Der relativ neue und noch wenig verbreitete schnelle Mobilfunkstandard 5G dürfte nach Einschätzung von Duthoit zumindest vorerst nicht als «Booster für neue Rekordjagden in der Smartphone-Industrie» taugen. «Bisher fehlt die absolute «Killer-Funktion» bei den 5G-Geräten», so das Urteil des Analysten. «Das könnte die mangelnde Begeisterung der Verbraucher für 5G-Geräte erklären, zusammen mit der manchmal enttäuschenden mobilen Datengeschwindigkeit im Vergleich zu den theoretischen Kapazitäten.» Im Umkehrschluss bedeute das: «Wer diese Killer-Funktion als erstes auf den Markt bringt, katapultiert sich mit einem Schlag ganz nach vorne.»

© dpa

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