Nach US-Sanktionen: Huawei investiert massiv in Innovation

Unter dem Druck der US-Sanktionen stützt sich Chinas Tech-Riese Huawei auf Forschung und Entwicklung. Mit den Krisen in der Welt, der Pandemie und Inflation erwartet der Konzern noch schwierigere Zeiten.
Chinas Telekomriese Huawei will sich den US-Sanktionen mit massiven Innovationen entgegenstemmen. © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Mit starken Investitionen in Forschung und Entwicklung reagiert der chinesische Telekomriese Huawei auf die Sanktionen der USA und geopolitische Krisen.

«Wir glauben, dass wir nur durch Non-Stop-Innovation am Ball bleiben können», sagte der Vorstandschef Ken Hu am Dienstag auf einem Treffen mit Analysten am Konzernsitz im südchinesischen Shenzhen. «Wir machen sehr starke Investitionen in Forschung und Entwicklung.»

Nach dem Umsatzeinbruch 2021 stehe der Technologiekonzern in diesem Jahr vor «noch größeren Herausforderungen». Hu nannte das externe Umfeld, geopolitische Konflikte, die Corona-Pandemie, potenzielle globale Inflation und Wechselkursschwankungen. Er kritisierte die Sanktionen der USA, die Huawei das Leben schwer machen.

«Wegen der unberechtigten Sanktionen gegen Huawei haben wir Schwierigkeiten, an bestimmte fortschrittliche Komponenten heranzukommen», sagte Hu. «Deswegen sind wir nicht in der Lage, eine führende Position in bestimmten Technologien zu wahren.» Der Konzern bleibe aber nicht stehen, sondern konzentriere sich auf Entwicklungen in Systemtechnik, Konnektivität, Rechenleistung und Cloud-Technik. Auch wolle Huawei in der Autoindustrie eine größere Rolle spielen.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung verdoppelt

In den vergangenen fünf Jahren hat der Konzern seine jährlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung auf zuletzt 142 Milliarden Yuan (umgerechnet 20 Milliarden Euro im Jahr 2021) fast verdoppelt. Das sind 22,4 Prozent seines Umsatzes. Damit steht Huawei weltweit in der Spitzengruppe. Mit 107 000 Mitarbeitern arbeite die Hälfte in Forschung und Entwicklung, berichtete Huawei.

Der Umsatzanteil der Investitionen in Innovation ist nach Angaben der Agentur Bloomberg bei Huawei fast doppelt so hoch ist wie bei der Google-Mutter Alphabet oder mehr als dreimal so viel wie bei Apple. «Alles, was wir uns heute vorstellen, ist wahrscheinlich viel zu konservativ und zu wenig für die Zukunft», sagte Zhou Hong, Direktor des Huawei-Instituts für Forschung auf dem Analysten-Treffen. «Wir müssen der Zukunft mit kühnen Hypothesen und kühnen Vision begegnen und Vorsicht in den Wind schreiben.»

Huawei musste im vergangenen Jahr einen deutlichen Umsatzrückgang um 28,6 Prozent auf rund 636,8 Milliarden Yuan (91,1 Milliarden Euro) verkraften. Als Gründe wurden die US-Sanktionen, die Pandemie und der Wegfall des Geschäfts durch den zuvor abgeschlossenen Ausbau des 5G-Netzwerkes in China genannt. Allerdings stieg der Gewinn um fast 76 Prozent auf rund 113,7 Milliarden Yuan.

Die US-Regierung hat Sanktionen gegen Huawei verhängt und dem Konzern den Zugang zu Chips aus internationaler Produktion gekappt, was vor allem das Smartphone-Geschäft belastet. Die USA werfen Huawei enge Verbindungen zu chinesischen Behörden vor und warnen vor einer Gefahr von Spionage und Sabotage. Das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück.

© dpa
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