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Telefónica will seine Deutschlandtochter ganz übernehmen

O2 legt nun als erster der Handynetz-Betreiber in Deutschland Quartalszahlen vor. Doch die rücken wegen einer Ankündigung der spanischen Mutter in den Hintergrund.
Telefonica Deutschland
Der Mobilfunk ist das Kerngeschäft von O2, das Festnetz spielt eher eine Nebenrolle - hier setzt die Firma nicht auf eigene Leitungen, sondern sie hat Kapazitäten anderer Firmen gemietet. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Der spanische Telekommunikationskonzern Telefónica will seine unter dem Markennamen O2 bekannte Deutschlandtochter komplett übernehmen. Die Firma gab am Dienstag überraschend ein Erwerbsangebot bekannt, das bis zu 28,19 Prozent des Grundkapitals betreffen soll.

Derzeit hält Telefónica schon 71,81 Prozent der Anteile. Man wolle sich auf seine Kernmärkte konzentrieren, bei denen Deutschland einen der «attraktivsten und stabilsten Telekommunikationsmärkte in Europa» darstelle. Telefónica Deutschland ist hierzulande einer der drei Handynetz-Betreiber, die großen Konkurrenten sind die Deutsche Telekom und Vodafone.

Wie Telefónica Deutschland mitteilte, prüfen Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens die Angebotsunterlagen und werden dann Stellung nehmen. Die Firma hat rund 7500 Vollzeitstellen, neben der Zentrale in München ist der ehemalige E-Plus-Sitz in Düsseldorf ein großer Firmenstandort. Deutschlandchef Markus Haas wertete das Vorhaben der spanischen Mutter als «starkes Commitment».

Mobilfunk-Servicegeschäft als Wachstumstreiber

Die Deutschland-Tochter legte am Dienstag Quartalszahlen vor, die positiv ausfielen. Im dritten Quartal gewann das Unternehmen nach dem Abzug von Kündigungen rund 400.000 Mobilfunk-Kunden hinzu und damit etwa ein Drittel mehr als im zweiten Quartal (rund 300.000). Es war der beste Wert seit dem Jahresende 2021. Der Umsatz stieg im dritten Quartal den Angaben zufolge um 2,2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, das Mobilfunk-Servicegeschäft war hierbei der Wachstumstreiber. Das Periodenergebnis - also der Nettogewinn - legte um sechs Prozent auf 41 Millionen Euro zu.

Die Konkurrenz hat zum abgelaufenen Quartal noch keine Zahlen veröffentlicht, in der Zeit davor hatte es zwischen der Telekom und O2 ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben. Vodafone hatte hingegen deutlich an Boden verloren.

Der Mobilfunk ist das Kerngeschäft von O2, das Festnetz spielt eher eine Nebenrolle - hier setzt die Firma nicht auf eigene Leitungen, sondern sie hat Kapazitäten anderer Firmen gemietet. Ein Grund für die anziehenden Kundenzahlen dürfte ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis gewesen sein als noch vor einigen Jahren. Damals war die O2-Netzabdeckung längst nicht so gut wie die der Konkurrenz. Mit hohen Investitionen machte O2 diesen Rückstand aber weitgehend wett. Firmenchef Markus Haas war zufrieden: «Nach einem starken dritten Quartal sind wir voll auf Kurs, unsere Ziele für das Geschäftsjahr 2023 zu erreichen.»

Dunkle Wolke am Horizont

Perspektivisch gibt es allerdings eine dunkle Wolke am Horizont von O2. Denn bisher bekommt die Firma einen Teil ihres Umsatzes vom Konkurrenten 1&1, dessen Handykunden vor allem das O2-Netz nutzen. Im Sommer oder Herbst 2024 sattelt 1&1 aber allmählich um und setzt stattdessen auf eine Zusammenarbeit mit Vodafone. Dadurch wird O2 schrittweise weniger Mietzahlungen von 1&1 beziehen. Analystenschätzungen zufolge bekommt O2 bisher etwa 500 Millionen Euro pro Jahr von dem Konkurrenten aus Montabaur.

Als 1&1 und Vodafone ihren Schulterschluss im August bekanntgaben, brach der Aktienkurs von Telefónica Deutschland ein. Durch das spanische Übernahmeangebot - es soll gut ein Drittel mehr gezahlt werden als der Durchschnittskurs vergangener Monate betrug - würden die seit Anfang August erlittenen Verluste nahezu komplett kompensiert. Einen Beherrschungs- oder Gewinnabführungsvertrag will die Bieterin nach eigenen Angaben nicht abschließen.

© dpa
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