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Mobilfunker 1&1 schließt Deal mit Konkurrent O2

Mitte des vergangenen Jahrzehnts verabschiedete sich mit E-Plus das vierte deutsche Handynetz, bald gibt es wieder eine Nummer vier: Der Telekommunikationskonzern 1&1 steht in den Startlöchern.
1&1-Logo
Mit dem neuen Deal gelingt es 1&1, sich schon in der Startphase seines Handynetzes 5G-Roaming bei einem Wettbewerber zu sichern. © Thomas Frey/dpa

Vor dem Start des vierten deutschen Handynetzes hat der Telekommunikationskonzern 1&1 einen Deal mit dem Wettbewerber Telefónica Deutschland (O2) geschlossen und sieht seine Marktposition damit verbessert.

Der bereits bestehende nationale Roaming-Vertrag sei um den Funkstandard 5G erweitert worden, teilte das Unternehmen in Montabaur mit und gab zugleich das Startdatum für das neue Handynetz bekannt: Am 8. Dezember soll der Schalter umgelegt und das Netz «voll funktionsfähig» sein. Dann hat Deutschland ein weiteres Handynetz, bisher funken nur Antennen der Telekom, von Vodafone und von O2. Der Wettbewerb dürfte sich verschärfen.

Dort, wo 1&1 noch keine eigenen Antennen hat, werden Kunden mit dem O2-Netz verbunden. Laut einem älteren Vertrag zwischen 1&1 und O2 stand hierfür aber nur das 4G-Netz von O2 zur Verfügung, nun kommt 5G hinzu. Angaben zu den neuen Vertragskonditionen wurden nicht gemacht. Im Werben um die Kundengunst dürfte 1&1 durch den baldigen Zugriff auf 5G-Roaming bessere Karten haben als es bisher absehbar war.

1&1 ist bisher nur ein sogenannter virtueller Netzbetreiber

Mit dem neuen Deal gelingt es 1&1, sich schon in der Startphase seines Handynetzes 5G-Roaming bei einem Wettbewerber zu sichern. Roaming heißt, dass Kunden auch dort eine Verbindung bekommen, wo der eigene Provider keine Antennen aufgestellt hat - im Falle des noch sehr kleinen Netzes von 1&1 ist das der allergrößte Teil Deutschlands, daher ist ein gutes Roaming so wichtig für den  Neueinsteiger. Im Sommer oder Herbst 2024 greift ein Roaming-Vertrag mit Vodafone - ab dann steht 1&1 ohnehin relativ gut da, und die Partnerschaft mit O2 geht allmählich dem Ende entgegen.

1&1 ist bisher nur ein sogenannter virtueller Netzbetreiber, der für sein Mobilfunkgeschäft die Netze der Konkurrenz nutzt und dafür Miete zahlt. Mit dem neuen Handynetz kommt die Firma auf eigene Beine. Das hat seinen Preis: Bei der Frequenzauktion 2019 ersteigerte die United-Internet-Tochter Frequenz-Nutzungsrechte für rund 1,1 Milliarden Euro. Hinzu kommen Ausbaukosten von mehreren  Milliarden Euro. Beim Ausbau geriet der Konzern ins Hintertreffen, was er mit Lieferschwierigkeiten von Partnerfirmen begründete.

Ende 2022 hätte 1&1 schon 1000 5G-Standorte aktiviert haben müssen, tatsächlich waren es nur fünf. Ende September waren es 60. Eine Firmensprecherin betonte, dass das Ausbautempo anziehe: «Das Netz wächst Tag für Tag.»

Verbraucherschützer versprechen sich mehr Wettbewerb am Markt

Die aktivierten Standorte nutzt die Firma bisher nur für ein Festnetz-Ersatzprodukt, das ein Nischendasein fristet: Haushalte bekommen über die in der Nähe befindlichen Antennen Internet und können daher auf einen Festnetz-Vertrag verzichten. 1&1-Kunden, die mit ihren Smartphones an den Antennen vorbeigehen, werden bisher hingegen nicht verbunden. Mit der Freischaltung mobiler Dienste soll am 8. Dezember das Handynetz starten, was Neukunden danach nutzen können. 1&1-Bestandskunden bleiben hingegen vorerst auf dem O2-Netz und sollen bis Ende 2025 auf das 1&1-Netz übertragen werden.

Verbraucherschützer versprechen sich vom vierten deutschen Handynetz mehr Wettbewerb am Markt, mehr Auswahl und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis für Internetkunden.

© dpa
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