BKA: Telegram löscht rechtsextremistische Inhalte nur selten

17.01.2022 Telegram ist vermehrt bei Nutzern populär, die wegen extremistischer Inhalte auf Facebook oder Twitter gesperrt sind. Eine Löschung der kriminellen Inhalte gestaltet sich laut BKA schwierig.

Logo der Messenger-App Telegram auf dem Bildschirm eines Smartphones. Foto: Fabian Sommer/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Das Bundeskriminalamt (BKA) sieht bei der Löschung rechtsextremistischer Inhalte durch Telegram erhebliche Defizite.

Der zunehmend auch als Plattform genutzte Messengerdienst komme «erfahrungsgemäß Anregungen zur Löschung von rechtsextremistischen Inhalten größtenteils nicht nach», teilte das BKA am Montag auf Anfrage mit. «Es ist nicht erkennbar, dass Telegram regulierend eingreift und derartige Gruppen oder Kanäle eigenständig sperrt.»

Anders gehe Telegram mit Propaganda islamistisch-terroristischer Gruppierungen um. Wenn entsprechende Inhalte über eine von Europol zur Verfügung gestellte Anwendung an Telegram gemeldet würden, komme das Unternehmen den Löschanregungen regelmäßig nach. Insbesondere Inhalte der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der Terrororganisation Al-Kaida lösche Telegram auch eigeninitiativ.

BKA sucht Kooperation

Ziel des BKA sei es, in Zusammenarbeit mit den Polizeibehörden des Bundes und der Länder, eine Kooperation mit Telegram zu erreichen, um «die bereits bestehenden Ansätze - etwa hinsichtlich von Löschanfragen - zu intensivieren», teilte die Behörde weiter mit. Über die Bemühungen des BKA hatte zuerst die «Welt» berichtet.

Die Verfolgung von Straftaten auf Telegram gestalte sich grundsätzlich schwierig, da Telegram «an einer Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden nicht interessiert» sei, teilte die Behörde weiter mit. Ohne die Herausgabe der Nutzerdaten zur Identifizierung von Tatverdächtigen sei die Strafverfolgung grundsätzlich schwierig.

Viele Menschen weltweit nutzen Telegram vorwiegend zur 1-zu-1-Kommunikation im privaten oder beruflichen Kontext, so wie Wire, Signal, Whatsapp, Threema oder andere Messengerdienste. Für einige Nutzer, die bei Youtube, Twitter, Facebook oder anderen sozialen Netzwerken wegen extremistischer Inhalte gesperrt worden sind, ist Telegram allerdings eine Ausweichplattform.

© dpa-infocom GmbH

Weitere News

Top News

Fußball news

Fußball-Europapokal: 14 Europa-League-Endspiele mit deutschen Clubs

Gesundheit

Tschüss, du Süßer!: Wie der Verzicht auf Zucker gelingt

Musik news

Recherche: Faktencheck: ESC-Gewinner zu Unrecht in Nazi-Ecke gerückt

Internet news & surftipps

Social Media: Musk: Twitter-Deal kann ohne Bot-Daten nicht weitergehen

People news

Kult-Band: Mit der Kelly Family zurück auf ihrem alten Hausboot

Das beste netz deutschlands

Verbraucherschützer bemängeln: Mieses Internet: Preisminderung oft nicht nachvollziehbar

Musik news

Popsänger : Müller-Westernhagen will es noch einmal wissen

Auto news

Fiat Garmin-Sondermodelle : In Grün und mit Uhr

Empfehlungen der Redaktion

Internet news & surftipps

Telekommunikation: Bundesinnenministerin will sich Telegram vornehmen

Internet news & surftipps

Extremismus: Kritik an Telegram wegen extremistischer Inhalte nimmt zu

Inland

Kommunikationsdienst: «SZ»: Telegram sperrt mehr als 60 Kanäle

Internet news & surftipps

Extremismus: Journalisten sehen Telegram-Blockade kritisch

Internet news & surftipps

Extremismus: Bundesregierung wegen Hetze in Kontakt mit Telegram

Regional bayern

Polizei geht bayernweit gegen Hass-Postings im Netz vor

Internet news & surftipps

Internet: Google und Telegram in Russland zu Geldstrafen verurteilt

Internet news & surftipps

Krieg gegen die Ukraine: Russland und Ukraine kämpfen um Meinungshoheit im Netz