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Chipentwickler Arm beantragt Börsengang in New York

Die britischen Firma Arm entwirft die Chip-Architekturen, die sich im Smartphone-Markt durchsetzten. Jetzt kehrt Arm nach sieben Jahren an die Börse zurück.
New Yorker Börse
Sturmwolken bilden sich über dem Gebäude der New Yorker Börse. © J. David Ake/AP

Der Chipdesigner Arm, dessen Technologie in praktisch allen Smartphones steckt, macht seinen Börsengang offiziell. Das zum japanischen Technologiekonzern Softbank gehörende Unternehmen veröffentlichte gestern seinen Börsenprospekt.

Zum Volumen und Preis der Arm-Aktienplatzierung an der Technologiebörse Nasdaq gab es in dem Dokument zunächst keine Angaben. Es wird aber erwartet, dass es der größte Börsengang des Jahres in den USA wird.

Stabile Gewinne

Aus dem Börsenprospekt geht unter anderem hervor, dass das Arm-Geschäft stabile Gewinne abwirft. Im Ende März abgeschlossenen vergangenen Geschäftsjahr erwirtschaftete Arm 524 Millionen Dollar Gewinn bei rund 2,68 Milliarden Dollar (2,46 Mrd Euro) Umsatz. Im Geschäftsjahr davor waren es 549 Millionen Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 2,7 Milliarden Dollar gewesen.

Auf Basis der von Arm entworfenen Chip-Architekturen entwickeln unter anderem Apple und Samsung die Prozessoren für ihre Smartphones. Auch der Halbleiterkonzern Qualcomm, mit dessen Chips viele Android-Telefone laufen, greift darauf zurück. Die Firmen zahlen an Arm Abgaben für die Verwendung der Chip-Architekturen.

Die Arm-Designs setzten sich in Smartphones und Tablet-Computern gegen Chipsysteme von Intel durch - unter anderem weil sie weniger Strom brauchen. Inzwischen werden Chips auf Basis von Arm-Architekturen auch in Rechenzentren eingesetzt, und Apple nutzt sie in seinen Mac-Computern.

Risiken für das Geschäft

Bei den Risiko-Faktoren widmete Arm in dem Börsenprospekt dem Geschäft in China viel Platz. Aus dem weltgrößten Smartphone-Markt kam im vergangenen Jahr ein Viertel der Arm-Erlöse. Die Lizenzen für Arms Chipdesigns werden dort von der Firma Arm China verkauft, an der chinesische Investoren die Mehrheit von 52 Prozent halten. Arm gehören lediglich zehn Prozent an der Softbank-Tochter, die den Rest der Anteile kontrolliert. Risiken für das Geschäft sieht Arm sowohl in dieser Struktur als auch durch den Technologie-Wettstreit zwischen Peking und Washington. Einige leistungsstarke Arm-Chips sind bereits von US-Beschränkungen für Exporte nach China betroffen.

Softbank hatte die britische Firma Arm 2016 für 32 Milliarden Dollar gekauft und von der Börse genommen. Ein Verkauf an den Chipkonzern Nvidia scheiterte im vergangenen Jahr an Bedenken von Wettbewerbshütern und Arm-Kunden. Danach wurde der Börsengang beschlossen. Softbank will auch nach der Aktienplatzierung die Mehrheit an Arm behalten.

Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg erwog Softbank für den Börsengang eine Gesamtbewertung von 60 bis 70 Milliarden Dollar für Arm. Ursprünglich sei ein Erlös von acht bis zehn Milliarden Dollar angestrebt worden - aber die Einnahmen könnten geringer ausfallen, da Softbank einen höheren Anteil behalten wolle, hieß es.

© dpa
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