Kreise: Continental-Hacker schon vier Wochen früher in IT

Es hat wohl Wochen gedauert, bevor Continental die Hacker-Attacke im Sommer überhaupt bemerkt hat. Warum das so lange gedauert hat.
Bei einer Cyber-Attacke auf den Autozulieferer und Reifenhersteller Continental sind den Hackern massenhaft Daten in die Hände gefallen. © Melissa Erichsen/dpa

Der Autozulieferer und Reifenhersteller Continental hat die Hacker-Attacke auf seine IT-Systeme im Sommer nach Angaben aus dem Unternehmen erst nach rund vier Wochen bemerkt. Wie die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch aus Konzernkreisen erfuhr, sollen die Cyber-Angreifer bereits am 4. Juli Zugriff auf Daten im Netzwerk des Hannoveraner Unternehmens erlangt haben. Dies sei im Nachhinein bei der Analyse der Daten festgestellt worden.

Conti hatte gegen Ende August mitgeteilt, am 4. August einen Angriff auf die Systeme entdeckt und abgewendet zu haben. Anfang November räumte das Unternehmen ein, dass dabei Daten abgeflossen seien. Zuerst hatte das «Handelsblatt» über den Beginn des Hacker-Angriffs bereits im Juli berichtet. Ein Konzernsprecher wollte die Informationen nicht kommentieren.

Externe Spezialisten analysieren den Vorfall

Am Dienstag hat sich dem Vernehmen nach der Aufsichtsrat des Dax-Konzerns über den Untersuchungsstand informieren lassen. Die Analyse des Vorfalls mithilfe externer Spezialisten dauere an, sagte der Sprecher am Mittwoch. Dazu gehöre auch, ob sensible Informationen zu Kunden und Kundenverträgen zu den Daten gehören, mit denen Hacker offenbar unter Androhung der Veröffentlichung eine Lösegeldzahlung erreichen wollen.

Bei dem Datensatz geht es dem Vernehmen nach um eine insgesamt abgegriffene Datenmenge von 40 Terabyte. Täglich verarbeitet das IT-System von Conti demnach eine Datenmenge von 220 Terabyte. Auf Conti-Servern verschlüsselten die Hacker dem Unternehmen zufolge keine Daten, weswegen es keine Beeinträchtigung der täglichen Geschäfte gegeben habe. Gleichwohl ist das Thema heikel für das Management um Chef Nikolai Setzer, denn unter anderem könnten Details aus Verträgen für Unmut bei den Kunden sorgen.

© dpa
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