Online-Dating: Darauf sollten Sie achten

18.01.2022 Das Corona-Virus treibt draußen sein Unwesen und die Menschen reduzieren ihre Kontakte – für Singles ist das eine harte Zeit, denn die Chancen den geeigneten Partner kennenzulernen werden geringer. Es ist also höchste Zeit sich mit dem Thema Online-Dating zu beschäftigen, doch die digitale Partnersuche hat so ihre Tücken.

Partnersuche in Pandemiezeiten

Cafés, Bars und Kinos sind zwar anders als im kompletten Lockdown offen, doch wer ausgeht, merkt schnell, dass alle Orte, wo man einen potenziellen Partner kennenlernen könnte, viel leerer sind als in normalen Zeiten. Auch Kontaktbeschränkungen, das Einhalten des Sicherheitsabstands und nicht zuletzt die geschlossenen Tanz-Clubs erschweren Singles die Brautschau.

Inwiefern sich das Online-Dating-Verhalten in Zeiten der Pandemie verändert hat und was die User als belastend empfinden, hat Prof. Dr. Wera Aretz, Psychologin an der Hochschule Fresenius in Köln, untersucht. Im Rahmen ihrer Online-Studie wurden fast 2.000 Personen zu ihrem Suchverhalten befragt.

Überraschende Erkenntnis: Viele Partnersuchende griffen eher zum Telefon als zum Video-Chat. Annähernd 70% der Befragten trafen sich in der Wirklichkeit miteinander. Ein gutes Drittel gibt an die Abstandsregeln nicht immer eingehalten zu haben und einander näher als die gebotenen 1,50 Meter gekommen zu sein. Nur 13 Prozent virtualisierten die Treffen vollständig, um keine gesundheitlichen Risiken einzugehen.

Ein Klick zum Glück?

Das zeigt, dass das große Versprechen der Anbieter mit einem Klick das große Glück zu finden in der Realität nicht zu halten ist. Bei meinem Praxistest ist die Lage ähnlich aussichtlos. Ich suche als Mann eine Frau in der Altersklasse von 30 bis 45 Jahren und habe vergleichsweise wenig Auswahl. Dabei ist es egal, welche Plattform ich benutze. Die Zahl der interessanten Frauen bleibt überschaubar.

Auffällig sind die geringe Antwortquote und die Einfallslosigkeit der Damenwelt. Die meisten Profile enthalten bis auf Basisdaten wie Alter, Aussehen und vielleicht noch Beruf so wenig Infos, so dass man die Kontaktaufnahme höchstens in Bezug auf ein schönes Urlaubsfoto im Profil persönlicher gestalten kann. Wenn selbst die Fotos nichts für ein nette Nachricht hergeben, versucht man es eben über einen allgemein gehaltenen Inhalt – und bekommt in 95% der Fälle keine Antwort.

Zahlen oder sparen?

Umgekehrt ist das positive Fazit: Man kann sich das Geld für kostenpflichtige Plattformen – zumindest als Mann – sparen, denn auch auf Plattformen wie Parship oder Elite Partner, bei denen auch die Damen zur Kasse gebeten werden, herrscht tote Hose. Dabei sind diese etablierten Anbieter alles andere als billig.

Parship z.B. verlangt zwar für die Anmeldung nichts, aber als Basismitglied kann man andere Mitglieder nicht anschreiben bzw. auf Anfragen reagieren. Das Zwölf-Monats-Abo kostet dann stolze 69,90 Euro im Monat. Wenn man Geduld mitbringt, erbarmt sich Parship und gewährt auch schon mal 60% Nachlass. Man sollte allerdings die Bestätigungs-Mail gut aufheben, denn nur hier wird erwähnt, dass man nach dem preislich reduzierten Jahr den vollen Betrag zahlen und alternativ satte zwölf Wochen vor Vertragsende kündigen muss, damit sich der Vertrag nicht um ein Jahr verlängert – kundenfreundlich ist anders.

Die meisten Online-Dating-Plattformen sind aber nicht so teuer. Bei Tinder, Lovoo & Co ist man in der Regel für weniger als 20 Euro im Monat dabei, sollte aber sich aber auch hier erst einmal kostenlos anmelden und dann warten, bis ein reduziertes Angebot reinkommt. Auch bei Tinder, das längst aus der Schmuddelecke der Sexpartnersuche herausgekommen ist, sollte man allerdings auf das Kleingedruckte und die Kündigungsfristen achten.

Kostenlose Dating-Plattformen

Alternativ kann man kostenlose Dating-Plattformen nutzen. Der wohl beliebteste Anbieter in Deutschland heißt Finya. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg finanziert sich durch Werbung, die gerade bei der Nutzung auf dem Smartphone extrem nervig sein kann, aber irgendwie muss der technische Aufwand ja auch finanziert werden. Finya bietet sogar mehr Filterfunktionen als das ultrateure Parship, wo man z.B. nicht mal Figurkriterien wie „schlank“ oder „normal“ auswählen kann.

Allerdings muss man sagen, dass der Finya-Kundenservice sich gern mal ein Nickerchen gönnt. So war es bei meinem Selbstversuch nicht möglich das einmal aus Versehen falsch eingegebene Alter (die Voreinstellung liegt beim Geburtsjahr 1980) zu korrigieren. Mehrere Nachrichten an das Service-Team wurden ignoriert. Andererseits reagiert man in Hamburg schnell, wenn mal als User belästigt wird oder auf ein Fake-Profil stößt.

Ebenfalls weitgehend kostenlos ist Lablue. Hier war die Antwortquote zwar noch einmal deutlich geringer als bei Finya, aber ich hatte zumindest den Eindruck, dass sich hier der Anteil von Fake-Profilen in Grenzen hält. Andererseits hat Lablue öfter mal Probleme mit den Filtereinstellungen und es werden einem trotz Suchradius von 50 Kilometern auch weiter entfernte Damen angezeigt.

Vorsicht vor Scammern

A propos Fake-Profile: Diese schießen auf sämtlichen Plattformen, selbst auf den kostenpflichtigen, wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden. Manche Betrüger erkennt man sofort, denn z.B. eine Dame namens HeisseLola69 scheidet aufgrund des Nicknames natürlich von vornherein aus. Es gibt allerdings auch Profis, die bestens darin ausgebildet sind das Vertrauen des Partnersuchenden über einen längeren Zeitraum zu erschleichen.

Gerade wer auf Portalen wie Latin American Cupid nach einem Partner in einem weiter entfernten Land sucht, sollte Vorsicht walten lassen. Hier tummeln sich viele sogenannte Scammer. Die kubanische Schönheit ist dann ein Fake, der einem geklaute Bilder schickt und sogar Skype-Unterhaltungen mit getürkten Videosequenzen führt. In Wirklichkeit sitzt statt der samthäutigen Angebeteten ein pickliger Krimineller in Guinea vor dem PC, der irgendwann eine Geldüberweisung per Western Union fordert. Spätestens dann sollten sämtliche Alarmglocken schrillen.

Übrigens muss man nicht einmal extra auf einem Online-Dating-Portal unterwegs sein, um auf Scammer zu stoßen. Diese kriminellen Elemente durchforsten auch gern soziale Medien wie Facebook. Bevorzugt Männer mittleren Alters werden von angeblichen jungen Damen gezielt angesprochen. Seien Sie hier besonders vorsichtig, denn die Gefahr, dass ihre Daten per Phishing abgegriffen werden, ist auf Facebook & Co noch einmal höher als in einem geschützten Dating-Portal.

Gesundes Misstrauen ist gefragt

Wenn Sie jemanden online kennenlernen, bewahren Sie immer ein gesundes Misstrauen. Wenn die angeblich an Ihnen interessierte Dame sehr schnell Ihre Mail-Adresse oder Ihre Handynummer haben möchte, sollte Sie das Hirn einschalten und darauf bestehen, dass man weiter z.B. über Finya kommuniziert.

Außerdem ist es ratsam nach einem ersten Online-Kontakt auf ein persönliches Treffen an einem neutralen Ort wie z.B. in einem Café zu dringen. Findet Sie Ihr Gegenüber sympathisch, wird er oder sie sicherlich Zeit für Sie finden. Wenn jemand nie Zeit hat oder etwas von einem längeren Auslandsaufenthalt schreibt, der sie oder ihn an einem Treffen hindert, ist Vorsicht geboten.

Wenn es tatsächlich zu einem realen Treffen kommt und man sich sympathisch ist, kann man seine Handynummern austauschen. Aber auch das kann unangenehm werden, wenn man einem Stalker aufsitzt. Dann klingelt das Handy schon mal mitten im wichtigen Meeting oder um drei Uhr morgens. Abhilfe schafft da eine zweite SIM-Karte, die man mittlerweile bei vielen sogenannten Dual-SIM-Smartphones zusätzlich zur Hauptkarte einstecken kann.

© Tom Meyer

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